München - So hat sich Sebastian Vettel seinen Quali-Sieg über Teamrivale Charles Leclerc sicher nicht vorgestellt. Denn im Starkregen der Steiermark standen für Ferrari letztlich nur die ernüchternden Plätze zehn (Vettel) und elf (Leclerc) zu Buche.

Statt die zuletzt offenbarten Top-Speed-Probleme der Scuderia wegzuspülen, offenbarte der Regen, dass am auf der Strecke schlingernden SF100 offenbar einiges mehr im Argen liegt als der Antriebsstrang.

Letztlich waren es gerade einmal acht Tausendstelsekunden, die Leclerc in der sechsten Startreihe von Nebenmann George Russell aus dem Hinterbänkler-Team Williams trennen.

Und auch Vettel sah in der entscheidenden dritten Phase des Qualifyings kein Land. Fast eine halbe Sekunde trennte ihn letztlich von der neuntschnellsten Zeit von Daniel Ricciardo im Renault. Polesetter Lewis Hamilton war fast 2,5 Sekunden schneller als Vettel. Lando Norris im McLaren schaffte es in der Startaufstellung trotz einer Grid-Strafe von drei Positionen noch bequem vor die Roten. Ein Armutszeugnis!

Vettel: "Einfach nicht schnell genug"

"Ich dachte, wir könnten [im Regen] einen Unterschied machen", zeigte sich Vettel danach bei "Sky" enttäuscht: "Ich denke, man hat aber gesehen, dass wir uns in allen drei Sessions unheimlich schwergetan haben. Unterm Strich waren wir nicht schnell genug, um wirklich den Speed, den die Jungs vorne hatten, mitzugehen."

Schon im ersten Saisonrennen an selber Stelle hatte Ferrari eine erschreckende Pace, rieb sich im offenen Renntempo vor den Safety-Car-Phasen rundenlang in Duellen mit Racing Point oder Renault auf. Dass es Leclerc dennoch auf den zweiten Platz schaffte, lag vor allem an Hamiltons Manöver gegen Alex Albon, das letztlich beiden das Podium kostete.

Schlechteste Saison seit 1981 droht

Das zweite Qualifying der Saison bestätigte nun den Eindruck vom ersten Wochenende: Mercedes und Red Bull sind derzeit enteilt, McLaren setzt mit der drittschnellsten Zeit von Carlos Sainz einmal mehr ein Ausrufezeichen und auch Renault ist mit den Startplätzen fünf und acht auf einem guten Weg.

Dass mit Pierre Gasly dann auch noch ein Alpha Tauri vor Ferrari steht, dürfte die Sorgenfalten von Teamchef Mattia Binotto nur vertiefen. Denn unter seiner Regie droht dem Traditionsrennstall ein historischer Absturz.

Seit 1982 war Ferrari in der Konstrukteurswertung der Formel 1 am Ende immer in den Top 4. Bekommt die Scuderia nicht bald die Kurve, könnte es 2020 erstmals seit 39 Jahren nur noch fünftstärkstes Team der Formel 1 sein - oder gar schlechter.

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