Mick Schumacher will sich weiter verbessern - Bildquelle: FIROFIROSIDMick Schumacher will sich weiter verbessern © FIROFIROSID

München/Imola - Es hat sich viel verändert für Mick Schumacher, und Mick Schumacher ist nicht mehr derselbe wie damals - die Rückkehr nach Imola rückt es wieder ins Bewusstsein. Vor knapp fünf Jahren gewann er im legendären Autodromo Enzo e Dino Ferrari ein Rennen der Formel 4, ein Jahr später testete er hier für die Formel 3. Ein besonderer und ehrgeiziger Jugendlicher war er, der Erbe eines großen Namens, beseelt von einem Traum.

Aus dem Teenager von einst ist ein junger Mann geworden, körperlich und geistig gereift und ein Formel-1-Pilot dazu. Sein Wunsch hat sich erfüllt. Beim Großen Preis der Emilia-Romagna am kommenden Sonntag in Imola (15.00 Uhr/im Liveticker auf ran.de) geht Schumacher erstmals in der Königsklasse auf dieser ganz besonderen Strecke in ein Rennen. 

"Mir gefällt der Flow der Kurven"

"An dem Kurs gefällt mir der Flow der Kurven. Es ist ein sehr schönes Gefühl, auf der Strecke zu fahren", sagte Schumacher am Donnerstag. Welche Rolle ihn auf der Strecke erwartet, ist dem 22-Jährigen dabei bewusst. Schumacher fährt für den US-Rennstall Haas. Es ist das derzeit schwächste Auto im Feld und wird es in naher Zukunft auch bleiben. Die Gelder fließen hauptsächlich in die Entwicklung für 2022. Dann müssen alle Teams unter dem Einfluss des neuen Budgetdeckels neue Autos bauen. 

Die Mission, die Teamchef Günther Steiner Schumacher und dessen russischem Teamkollegen Nikita Masepin für das Jahr 2021 auf den Weg gegeben hat, ist deshalb simpel: Lernen, lernen, lernen.

Das sieht Schumacher ganz genauso. Die größte Lektion aus Bahrain war für ihn dabei der Start aus einer der hintersten Postionen. Das Auto sei aufgrund des deutlich niedrigeren Downforce-Levels im Verkehr "komplett anders" als im Training oder Qualifying, erklärte Schumacher. Die Lösung? "Sanfter fahren, sanfter ans Gas gehen, bis die Reifen wirklich auf Temparatur sind."

Sanfter fahren

Dann bleibt ihm womöglich ein erneuter Dreher erspart. Das Malheur zu Beginn des Rennens war sein einziger großer Fehler in der Wüste. Er habe sich "natürlich" darüber geärgert, sagte Schumacher, "ich habe daraus gelernt, mir wird es hoffentlich nicht noch einmal passieren."

Zu einem deutlich besseren Ergebnis als Platz 16 wie in Bahrain wird es trotzdem wohl nicht reichen. Schumacher muss sich auf das nächste Rennen am Ende des Feldes einstellen. Ausschließen will er eine Überraschung aber nicht: "Wenn es ein Crazy Race gibt, etwa ein nasses Rennen, können wir vielleicht doch Punkte mitnehmen."

Masepin erneut hinter sich zu lassen, dürfte allerdings Schumachers vornehmliches Ziel sein. An einem guten Tag könnte ein Angriff auf Williams-Pilot Nicholas Latifi (Kanada) gelingen. Im Vordergrund steht aber das Sammeln von Erfahrung, etwa beim komplizierten Reifenmanagement.

Vater Michael ist Imola-Rekordsieger

Zurückgreifen kann Schumacher dabei auch immer auf die Erzählungen seines Vaters. Rekordweltmeister Michael Schumacher ist Rekordsieger in Imola, sieben Mal war er hier siegreich, sechs Mal saß er dabei im Ferrari. 

Sein Know-how teilt Schumacher mit dem Team. "Für mich ist es ein ganz besonderes Gefühl, wenn Mick Ratschläge erwähnt, die ihm einst sein Vater aus seiner Karriere mitgegeben hat", sagte sein Renningenieur Gary Gannon der Sport Bild: "Das sind weise Worte einer Legende."

Zum Heldenstatus seines Vaters ist es für Mick Schumacher noch ein weiter Weg. Im Imola erwartet den Spross der Ikone dennoch ein warmer Empfang.

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