Ralf Schumacher glaubt, dass bei 24 Rennen einige Menschen an ihre Grenzen k... - Bildquelle: Motorsport ImagesRalf Schumacher glaubt, dass bei 24 Rennen einige Menschen an ihre Grenzen kommen © Motorsport Images

München - Rechteinhaber Liberty Media und der Automobil-Weltverband FIA haben dieser Tage den Formel-1-Kalender 2023 veröffentlicht. Der spaltet die Community. Die einen finden es toll, dass sie nächstes Jahr noch mehr Grands Prix sehen werden, beziehungsweise freuen sich über ein dickes Mehr an Einnahmen. Die anderen stöhnen ob der nochmal höheren Belastung für die vielen arbeitenden Menschen.

Ralf Schumacher kann beide Seiten verstehen. 24 Rennen in 39 Wochen sind für sein Empfinden "sehr, sehr viel Formel 1", sagt der Sky-Experte in einem neuen Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Ihm persönlich mache das Spaß, "aber die Zuschauer weltweit 24 Mal dazu zu bringen, uns zuzuschauen, das ist schon eine Aufgabe".

Dabei hat Schumacher als TV-Experte einen der privilegiertesten Jobs in der Formel 1. Wenn er am Sonntagabend in den Flieger steigt, müssen Boxencrews und Fernsehteams hinter den Kulissen noch stundenlang abbauen und einpacken, und wenn Schumacher beim nächsten Rennen wieder auftaucht, ist dort die ganze Infrastruktur längst aufgebaut.

Ein Formel-1-Kalender mit 24 Rennen sei "ein spannendes Projekt", sagt Schumacher, aber er hat auch Bedenken: "Ich bin mal gespannt, wie viele Leute das auf Dauer durchhalten. Ich glaube, das Thema Burnout bei Mechanikern ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Für die muss das der Horror sein. Die sehen ja ihre Familien gar nicht mehr."

Arbeiten in der Formel 1: Ohne Begeisterung unmöglich!

Dabei ist es nicht so, dass Mechaniker oder TV-Techniker mit ihrer harten Knochenarbeit ein Vermögen verdienen. Das Stressniveau in der Formel 1 sei in manchen Jobs extrem hoch, weiß Schumacher, "aber das sind auch alles Leute, die motorsportbegeistert sind. Ohne diese Begeisterung macht man das nicht", sagt er.

Das Thema Arbeitsbelastung tangiert die Fans zu Hause, die sich in erster Linie über mehr Formel-1-Samstage (Las Vegas) und -Sonntage freuen, wenig. Aber der eine oder andere hat auf Social Media auch schon Bedenken geäußert, dass 24 Rennen selbst für hartgesottene Zuschauer zu viel sein könnten. Stichwort Übersättigung.

"Geht mir teilweise auch so", gibt Schumacher zu. "Wenn ich mit Freuden rede, sagen die manchmal: 'Schon wieder Formel 1, wusste ich gar nicht!'" Auf der anderen Seite: "Wenn die Formel 1 dann eine Pause macht, fehlt es irgendwie. Ich erwische mich da selbst dabei und denke: 'Mist, hier ist ja gar kein Rennen am Wochenende, was mach ich jetzt eigentlich am Sonntag?'"

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