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München - 2023 werden aller Voraussicht nach so viele Formel-1-Rennen wie noch nie stattfinden - Deutschland wird aber auch dann kein Teil des Kalenders sein. 2019 fand zum letzten Mal ein Großer Preis von Deutschland statt, 2020 sprang der Nürburgring als Eifel-Grand-Prix in Coronazeiten ein. Das könnte aber auf absehbare Zeit das letzte Mal gewesen sein.

Formel-1-Boss Stefano Domenicali würde sich eine Rückkehr Deutschlands in den Kalender wünschen, sagt aber gegenüber "Sport Bild": "Der Grand Prix muss sich für alle Seiten lohnen. Wir können nicht alle Kosten übernehmen."

Der Italiener wundert sich, dass man es in Deutschland nicht hinbekommt, ein vernünftiges Paket für ein Formel-1-Rennen zu schnüren: "Es ist mir ein Rätsel, wie man heutzutage kein Business rund um einen Grand Prix aufbauen kann. Aber: Kriegen sie das hin, werden wir auch wieder ein Rennen in Deutschland haben."

Domenicali schließt Rennen in Russland kategorisch aus

Doch das ist eben der Knackpunkt, denn Domenicali sagt, dass sich Deutschland diesbezüglich nicht genug ins Zeug legt: "Wenn ich selbst keinen Anruf mache, sehe und höre ich wenig aus Deutschland", verrät er. Man würde immer nur reden, reden und reden, "aber am Ende braucht man Fakten".

Wer aber noch schlechtere Chancen auf eine Rückkehr in den Kalender hat, ist Russland. Eigentlich wollte das Land ab 2023 einen Grand Prix in St. Petersburg austragen, doch schon das diesjährige Rennen in Sotschi wurde nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine abgesagt und der komplette Vertrag mit Russland aufgelöst.

Und dabei bleibt es auch. "Ich sage immer, dass man niemals nie sagen soll - in diesem Fall kann ich aber versprechen: Wir werden keine Verhandlungen mehr mit ihnen führen. Es wird dort kein Rennen mehr geben", stellt Domenicali klar, obwohl Russland "besser als nur gut" bezahlt habe. "Aber es gibt Dinge, die nicht verhandelbar sind."

Sind Belgien und Monaco Wackelkandidaten?

Viele kritische Stimmen würden sich diese Haltung auch bei anderen Rennen wie Saudi-Arabien oder Katar wünschen, die in Sachen Menschenrechten immer wieder angeprangert werden. In diesem Jahr hatte es am Trainingsfreitag in Dschidda auch einen Raketenangriff in unmittelbarer Nähe der Strecke gegeben.

Domenicali betont aber, dass er die Seele der Formel 1 nicht verkaufe. "Geld ist überall wichtig, auch für uns", gibt er zu. "Aber würden wir nur auf das Konto schauen, würde der Rennkalender definitiv anders ausschauen."

Der Kalender für die Formel-1-Saison 2023 wird in absehbarer Zeit erwartet. Mit Las Vegas und Katar stehen zwei neue Rennen auf dem Plan, der 24 Rennen umfassen könnte. Dafür müssten andere Strecken aber weichen. Vor allem Frankreich, Belgien und Monaco gelten als Wackelkandidaten.

Eins scheint aber gewiss: Deutschland wird auch im dritten Jahr in Folge nicht vertreten sein.

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