München - Als Mercedes die Formel 1 mit dem Beginn der Hybridära ab 2014 teilweise nach Belieben dominierte, hätten viele Fans auch Sebastian Vettel gerne einmal im Silberpfeil gesehen. Doch zu der deutschen "Traumehe" kam es nie. Über die Gründe hat Vettel selbst nun im Podcast "Beyond the Grid" gesprochen.

"Ich habe mit Niki [Lauda] darüber gesprochen, ob ich kommen will. Das muss so gegen Halbzeit der Ferrari-Zeit gewesen sein", erinnert sich Vettel, der 2015 zu Ferrari gewechselt war: "Wäre natürlich eine Riesensache gewesen, denn Lewis [Hamilton] war ihre Nummer 1."

"Ich bin mir nicht sicher, ob es ihnen gefallen hätte, uns beide im Team zu haben", grinst er, betont aber auch, dass er selbst ohnehin "zu dem Zeitpunkt auch nicht sonderlich daran interessiert" gewesen sei, das Team zu wechseln. Denn er sei damals "eng an Ferrari gebunden" gewesen.

Vettel wollte unbedingt mit Ferrari gewinnen

Sein "großer Traum" sei immer der Titel mit der Scuderia gewesen. "Du redest miteinander, aber es war nicht wirklich ernsthaft", sagt er daher im Hinblick auf die Gespräche mit Mercedes: "Es wäre eine tolle Herausforderung gewesen, die mir gefallen hätte."

"Aber es hat nicht sollen sein. Zu dem Zeitpunkt war mein Ziel, mit Ferrari zu gewinnen. Ich wollte nicht zu Mercedes wechseln. Abgesehen vom Gewinnen, das ich liebe, war immer das Gewinnen mit Ferrari mein großes Ziel", so Vettel, der sich seinen Traum vom Titel in Rot nie erfüllen konnte.

"Es hätte mir Spaß gemacht, mit Lewis zu fahren. Wir kommen wirklich gut miteinander aus", betont Vettel, der es aber trotzdem nicht bereut, nie für Mercedes gefahren zu sein. Als einschneidenden Punkt in seiner Beziehung zu Hamilton macht er übrigens das Rennen in Baku 2017 aus.

Vettel: Baku "Wendepunkt" in der Beziehung zu Hamilton

"Ich war ziemlich sauer", erinnert sich Vettel an seinen damaligen Rammstoß gegen Hamilton zurück. "[Es war] einer dieser Momente, die gegen mich gelaufen sind und über die ich mich sehr geärgert habe. Da hat die emotionale Seite überhandgenommen", verrät er.

"Aber im Nachhinein betrachtet war das ein Wendepunkt", betont Vettel, denn die Situation habe Hamilton und ihn näher "zusammengebracht", erklärt er und gesteht: "Ich habe eingesehen, dass es die falsche Form war. Es war nicht richtig, es war nicht das Verhalten eines Sportsmannes."

"Das habe ich nachher zugegeben, als wir geredet haben. Und seit dem Moment sind wir enger zusammengewachsen", so Vettel, der noch bis Ende 2020 bei Ferrari blieb. Als er die Scuderia verlassen musste, war danach kein Platz im Mercedes-Werksteam für ihn frei.

Stattdessen fuhr er anschließend noch zwei Jahre für das Kundenteam Aston Martin, ehe er seine Karriere nach der Saison 2022 beendete.