Sebastian Vettel im Aston Martin AMR22 beim Formel-1-Rennen in Singapur 2022 - Bildquelle: Motorsport ImagesSebastian Vettel im Aston Martin AMR22 beim Formel-1-Rennen in Singapur 2022 © Motorsport Images

Sebastian Vettel hat beim Formel-1-Rennen in Singapur zum siebten Mal in der Saison 2022 gepunktet, auch sein Teamkollege Lance Stroll fuhr in die Top 10. Das sei ein "insgesamt versöhnliches" Ergebnis für Aston Martin, meint Vettel. Rundum zufrieden zeigt sich der viermalige Weltmeister mit dem Rennausgang aber nicht.

Da wäre einerseits die letzte Runde, in der er Platz sieben noch an Max Verstappen verloren hat. "Er kam vorbei wie ein Pfeil", sagt Vettel. Der Topspeed des Red Bull sei einfach "sehr hoch" gewesen. "Ich hatte dann zunächst noch versucht, beim Bremsen dagegenzuhalten, hatte aber nicht den Grip."

Letzteres sei auch darauf zurückzuführen, dass er viele Runden direkt hinter seinem Teamkollegen Stroll gehangen habe, erklärt Vettel. Er sei "immer zu dicht" dran gewesen am Schwesterauto: "Nicht nahe genug für DRS, aber nahe genug, um Grip zu verlieren. Das hat mich über die gut 20 Runden am Ende beeinträchtigt. Die Reifen waren nicht mehr so toll."

Ein Quersteher Vettels bringt Verstappen in Position

Deshalb habe er in der letzten Runde auch mit stumpfen Waffen gekämpft, als Verstappen von hinten Druck machte. "Mir war klar, ich würde gut aus Kurve 5 rauskommen müssen, aber da hatte ich einen kleinen Quersteher. Max ist sauber durchgekommen", sagt Vettel. "Es war dann nicht möglich, den Platz zu verteidigen."

Ob Aston Martin hier besser hätte agieren können? Wenn Vettel im DRS-Bereich hinter Stroll hätte fahren können, Verstappen und Lewis Hamilton wären vielleicht gar nicht erst in Angriffsposition gekommen. So lautet zumindest Vettels Theorie.

Er meint: "Wahrscheinlich hätte [DRS von Stroll] am Ende eine Option sein können. Der Schlüssel war, zu verteidigen. Und wenn Lewis durchkommt, besteht die Chance, dass wir beide noch die Positionen verlieren."

Insgesamt positives Fazit für Aston Martin

Mit den Plätzen sechs und acht könne Aston Martin trotzdem gut leben, zumal das Team damit einen Sprung gemacht hat in der Konstrukteurswertung und jetzt vor Haas und AlphaTauri steht. Das sei ein "gutes Ergebnis für das Team", meint Vettel. "Wir haben von einigen Fehlern bei anderen Leuten profitiert und hatten ein insgesamt gutes Rennen."

Er sei aber auch "ein bisschen enttäuscht" vom Ausgang des Grand Prix, räumt Vettel ein. Es sei einerseits "schade", Platz sieben nicht ins Ziel gebracht zu haben. Andererseits kreidet Vettel seinem Team an, die Reifensituation vor dem Wechsel von Intermediates auf Slicks nicht korrekt eingeschätzt zu haben.

Sanfte Kritik am Kommandostand durch Vettel

"Ich hielt es noch für etwas zu früh, um auf Slicks zu gehen. Da haben wir viel Zeit verloren", meint Vettel, der in Runde 34 zum Service abbog.

"Wir hätten eine oder zwei Runden später stoppen sollen. Vor allem [durch] die Runde danach mit dem Safety-Car wäre es ja praktisch ein Boxenstopp umsonst geworden." Nur so sei sein Teamkollege Stroll überhaupt an ihm vorbeigekommen: Stroll wechselte in Runde 35 die Reifen.

Vettel habe sich in dieser Szene aber auf den Kommandostand verlassen. "Ich dachte, okay, die Information von außen ist schlauer als das, was ich fühle. Und ja, vielleicht hätten wir da ein bisschen besser kommunizieren sollen, aber sonst war es in Ordnung", so der Aston-Martin-Fahrer.

Gute Startphase bringt Vettel in die Top 10

Für mehr als in Ordnung befand Vettel indes seinen "sehr guten" Start: von Platz 13 in der Startaufstellung auf Platz acht in wenigen Metern. "Ich wusste, ich muss aggressiv sein beim Start", sagte Vettel.

"Nach dem kurzen Moment der Geduld beim Start von der Linie wusste ich, dass ich pushen muss, was ich auch getan habe. In der Runde rein in die Startformation hatte ich die verschiedenen Linien gecheckt, und das hat geklappt, worüber ich sehr glücklich bin."

Vettel belegt nach dem Singapur-Grand-Prix den zwölften Platz in der Fahrerwertung. Sein Teamkollege Stroll nimmt nun P15 ein.