München - Nur ein Jahr, nachdem Kimi Räikkönen seine Formel-1-Karriere beendete, ging auch Sebastian Vettel diesen Schritt. Der Grand Prix von Abu Dhabi am vergangenen Wochenende war das letzte Rennen des Deutschen in der Königsklasse.

In seinen 15 Jahren als Vollzeitfahrer hatte er einige Teamkollegen, doch nur einer von ihnen wurde wie er Weltmeister: Räikkönen. Von 2015 bis 2018 fuhren beide für Ferrari.

Da war Räikkönen bereits Titelträger: 2007 hatte er sich im ersten gemeinsamen Jahr mit der Scuderia die Weltmeisterschaft gesichert. Ende 2009 trennten sich ihre Wege und der Finne wechselte in die Rallye-WM, kam aber 2012 zurück in die Formel 2 und dockte nach zwei Saisons wieder bei Ferrari an.

Dort kreuzte sich sein Weg schließlich mit dem von Vettel. Der schwärmt noch heute. "Kimi ist das größte Naturtalent, das mir je begegnet ist, was seinen natürlichen Speed betrifft. Das siehst du im Formel-1-Auto, aber du siehst es auch in jedem anderen Auto", sagt Vettel im Formel-1-Podcast "Beyond The Grid".

Vettel: "Gab nie einen Streit"

"Wenn es eine Disziplin gäbe, wo jeden Tag das Auto gewechselt wird, würde Kimi nach zehn Tagen alle anderen überrunden. Einfach weil er so ein Naturtalent ist."

"Er braucht keine Zeit, sich auf ein Auto einzustellen. Er muss nicht lange rumtüfteln, was ein Auto braucht. Du gibst ihm ein Lenkrad in die Hand und er weiß, was er zu tun hat. Manchmal ist das unfair, wenn du dich selbst erst dran gewöhnen musst, die Streckenbedingungen abtasten musst - und er geht einfach raus und bumm."

Zu Räikkönen habe Vettel von all seinen Teamkollegen auch die beste Beziehung gehabt, verrät der Deutsche. Interne Zwistigkeiten? Fehlanzeige! "Einfach weil er so geradeaus war", schwärmt er. "Wenn wir mal einen Crash hatten, gab es nie einen Streit."

Vettel: Kimi "außergewöhnlich gut" mit Menschen

"Wir haben drüber geredet, drüber gelacht, einer hat gesagt, 'War mein oder dein Fehler', aber sowas konnte nie unsere Beziehung destabilisieren", erinnert sich der Deutsche und ergänzt: "Als ich in die Formel 1 kam, war er einer von denen, die mich mit Respekt behandelt haben. Er hat mir direkt in die Augen geschaut."

"Bei anderen Fahrern hatte ich manchmal das Gefühl, okay, ich schüttle grad sein Hand und sage Hallo, aber der Kerl nimmt mich gar nicht wahr", gibt Vettel zu, ohne konkrete Namen zu nennen. "Kimi ist mit Menschen außergewöhnlich gut."