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München - Sebastian Vettel beendet am Ende der Saison seine Karriere in der Formel 1. Mick Schumachers Zukunft in der Motorsport-Königsklasse ist offen. Dahinter ist weit und breit kein neuer deutscher Formel-1-Star im Anmarsch. Und ein deutsches Rennen sucht man im Kalender auch vergeblich.

Keine Frage: Der deutsche Motorsport befindet sich in der Krise. Das bemängelt auch der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock. Er ist einer der sieben deutschen Fahrer, die noch 2010 in der Formel 1 am Start waren.

Timo Glock: "Nachwuchsklassen unter dem Radar"

Seitdem hat sich viel verändert. "Wo soll der Nachwuchs herkommen? Die Nachwuchsklassen fahren in Deutschland unter dem Radar", kritisierte Glock bei "Autobild Motorsport".

Gleichzeitig frage man sich, warum die Formel 1 nicht mehr hierzulande fahre, so der 40-Jährige: "Aber wenn die Rennstrecken allein gelassen werden, können sie das Budget nicht stemmen. Der Motorsport hat in Deutschland definitiv ein größeres Problem." Tatsächlich ist die Formel 1 mit ihren hohen Antrittsgebühren den Streckenbetreibern zu teuer, eine finanzielle Unterstützung für sie gibt es hierzulande nicht. 

Was laut Glock fehlt: Die DTM (live auf ProSieben und ran.de) als Plattform für die großen Hersteller, wie sie es vor der aktuellen GT3-Ära noch war. Mit den Autobauern im Rücken und zahlungskräftigen Sponsoren fuhr zum Beispiel die Formel 3 jahrelang auf der DTM-Plattform und war Sprungbrett für eine große Karriere, wie zum Beispiel für Lewis Hamilton, aber auch Nico Rosberg und Vettel.

"Weil sich die Hersteller zurückgezogen haben, fällt das nun weg. Das Problem ist, dass sich momentan kaum jemand mit Motorsport schmücken will, weil er als klimaschädlich und rückwärtsgewandt gilt. Das hat die komplette Basis zerstört", sagte Glock. 

Glock wünscht sich Motorsport als Forschungslabor

Sein Lösungsvorschlag: Man solle den Motorsport wieder als Forschungslabor und Beschleuniger für eine neue, nachhaltige Mobilität nutzen, forderte Glock.

Und weiter: "Das Thema E-Fuels zeigt doch, wie die Formel 1 in Zukunft eine Vorreiterrolle einnehmen kann und will (ab 2026; d. Red.). Der Motorsport sollte genutzt werden, um solche Themen - sei es E-Mobilität, nachhaltige Kraftstoffe, hocheffiziente Verbrennungsmotoren oder moderne Materialien - nach außen zu tragen. Damit hätte er gerade jetzt einen großen Wert für die deutschen Autobauer."

Was es laut Glock ebenfalls braucht: Helden. "Ich glaube, dass es auch heute noch so ist, dass die Jungs und Mädchen Idole brauchen. Wenn die Helden nicht mehr gefeiert werden, fehlen die Vorbilder für künftige Generationen. Deshalb müssen wir da gemeinsam angreifen, bevor es zu spät ist."

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