Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries sorgen für einen Mercedes-Doppelsieg. - Bildquelle: Motorsport ImagesStoffel Vandoorne und Nyck de Vries sorgen für einen Mercedes-Doppelsieg. © Motorsport Images

Berlin - Erster Sieg für Mercedes und dann gleich ein Doppelpack: Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries haben für einen Mercedes-Benz-Kompletttriumph beim letzten Rennen der Formel-E-Saison 2019/20 gesorgt.

Beim sechsten Rennen des Berlin ePrix dominierten die schwarzen Boliden, wie man es sonst fast nur aus der Formel 1 kennt. Lediglich Sebastien Buemi (Nissan-e.dams; 3.) konnte mithalten, hatte in der Schlussphase aber keine Chance mehr gegen das belgisch-niederländische Duo.

Auch für Vandoorne ist es der erste Sieg in der Formel E. "Das ist ein Wendepunkt!", jubelte er dem Team im Funk zu. Er sicherte sich mit dem Sieg auch Platz zwei in der Meisterschaft. "Wir wussten, dass wir ein gutes Rennauto haben, das haben wir schon in den Rennen zuvor gezeigt. Aber das im Rennen von der Spitze weg umzusetzen war dann nochmal etwas anderes", fügt er im Interview hinzu.

Buemi kämpft mit stumpfen Waffen

Der frühere Formel-1-Pilot hatte an der Spitze alles unter Kontrolle und gab die Führung nur kurz nach Aktivierung des Attack-Modus ab. Buemi lag zunächst auf der zweiten Position, nachdem er beim Start eine Attacke von Rene Rast (Audi; 4.) abgewehrt hatte. De Vries ging ein paar Kurven später an Rast vorbei auf Rang drei.

In dieser Reihenfolge blieb das Spitzentrio, das sich vom Rest des Feldes absetzen konnte, bis kurz vor Schluss. Die Positionen änderten sich kurz während des Attack-Modus, den alle drei ungewöhnlich früh nahmen, waren nach dessen Ablauf aber immer dieselben.

De Vries hatte jedoch noch ein Ass im Ärmel: Er hatte hinter Buemi Energie gespart. In der Schlussphase rief er sie dann ab, schnappte sich den Nissan-e.dams-Piloten und holte sich Platz zwei. "Das ist wie eine Last, die von den Schultern fällt!", sagt er nach seinem ersten Formel-E-Podium.

"Wir waren so oft nah dran. Wir haben als Team Fehler gemacht, ich habe Fehler gemacht. Jetzt beim Finale ein solches Rennen zu fahren, ist sehr befriedigend. Am Ende habe ich nicht einmal alle meine Energie benutzt und bin trotzdem an Stoffel rangekommen." Er hätte durchaus eine Siegchance gehabt, hätte er die Schlussattacke eine halbe Runde früher begonnen.

Buemi gesteht ein: "Wir waren nicht schnell genug. De Vries konnte mir folgen und dabei ein Prozent [Energie] sparen. Vielleicht habe ich den Attack-Modus zur falschen Zeit geholt. Das hätte ich später machen können. Aber das ist im Nachhinein immer leicht gesagt."

Frijns und Günther kollidieren

Rast holte sich ziemlich unbedrängt Platz vier, dahinter kam mit Sam Bird (Virgin-Audi; 5.) der erste der Kandidaten ins Ziel, die eine dicke Aufholjagd starten mussten. Er war von Platz 14 gestartet, fuhr sich aber auf brillante Weise durchs Feld. Den Attack-Modus holte er sich erst spät und machte so noch eine Reihe Positionen gut.

Lucas di Grassi (Audi) holte Rang sechs, dahinter wurde es kontrovers. Der lange auf Platz fünf fahrende Robin Frijns (Virgin-Audi; DNF) bekam erst einen Schlag von di Grassi ab und verteidigte dann gegen Maximilian Günther (BMW-Andretti; 12.). Entweder war der Reifen schon platt, oder Frijns drängte Günther in die Mauer. Günther fiel aus den Punkterängen raus, Frijns gab mit Reifenschaden auf.

So erbten der ausgehende Meister Jean-Eric Vergne (DS Techeetah; 7.), Alex Lynn (Mahindra; 8.), der neue Meister Antonio Felix da Costa (DS Techeetah; 9.) und Edoardo Mortara (Venturi-Mercedes; 10.) die letzten Punkteränge.

Die Formel-E-Saison 2019/20 ist damit beendet. So Corona will, beginnt die siebte Saison der Elektroformelserie am 16. Januar 2021 in Santiago de Chile. Die Formel E erhält dann erstmals offiziellen FIA-Weltmeisterschaftsstatus.

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