Oliver Rowland fuhr in einem kuriosen Qualifying auf die Pole-Position. - Bildquelle: Motorsport ImagesOliver Rowland fuhr in einem kuriosen Qualifying auf die Pole-Position. © Motorsport Images

Berlin - Oliver Rowland (Nissan-e.dams) auf der Pole-Position, Rene Rast (Abt-Audi) sensationell in Startreihe zwei und die vier Meister ganz am Ende des Feldes - so endete am Mittwoch das Qualifying zum fünften der sechs Finalrennen der Formel E in Berlin-Tempelhof.

Es begann in der ersten Gruppe mit kuriosen und für die unmittelbar Beteiligten blamablen Szenen. Der frischgebackene Meister Antonio Felix da Costa, sein DS-Techeetah-Teamkollege Jean-Eric Vergne, Lucas di Grassi (Abt-Audi) und Sebastien Buemi (Nissan-e.dams) rangelten während der Aufwärmrunde um die beste Position auf der Strecke.

Es kracht schon in der Aufwärmrunde

Dabei kam es nach anfänglicher Schleichfahrt zu mehreren Überholmanövern und - immer noch während der Aufwärmrunde - zu einer Berührung zwischen di Grassi und Felix da Costa. Das Geplänkel der vier Piloten hatte Folgen, die an das Qualifying der Formel 1 2019 in Monza erinnerten. Denn als sie ihre fliegende Runde starten wollten, waren die sechs Minuten der Session abgelaufen und die schwarz-weiß-karierte Flagge wurde geschwenkt.

 

Felix da Costa, Vergne, di Grassi und Buemi - alle Titelträger der Formel E im aktuellen Feld - blieben somit ohne Zeit. Vier der Top 6 in der Meisterschaft werden damit das Rennen von ganz hinten starten. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll", sagte ein sichtlich betretener Felix da Costa.

"Keiner will in der ersten Gruppe als Erster fahren, denn die Strecke wird immer schneller. Die beiden Jungs vorne haben uns ziemlich eingebremst, und als ich gemerkt habe, dass es knapp wird, wollte ich Gas geben, aber es waren zwei Autos direkt neben mir. Lucas hat mich dann ziemlich hart berührt", so Felix da Costa.

Den Kampf um die Pole-Position machten letztlich einige Außenseiter unter sich aus, denn die Strecke wurde im Verlauf des Gruppen-Qualifyings immer schneller. Gleich drei Fahren aus der letzten Gruppe, in der die in der Meisterschafts am schlechtesten platzierten Fahrer antreten, gelang der Einzug in die Superpole.

Rene Rast und Neel Jani überraschen

Zu ihnen zählte auch der zweimalige DTM-Champion Rast, der im Gruppen-Qualifying die insgesamt schnellste Zeit fuhr und damit seinen ersten Meisterschaftspunkt gewann. Im Einzelzeitfahren der Top 6 fuhr Rast dann die viertschnellste Zeit und wird somit im Rennen aus Reihe zwei starten.

Vor ihm stehen dann Polesetter Rowland, der zum vierten Mal in der Formel E von ganz vorne starten wird, Robin Frijns (Virgin) und Neel Jani (Porsche). Auch der Schweizer zählte zu den positiven Überraschungen des Qualifyings, war er doch im bisherigen Saisonverlauf im Zeittraining noch nie unter die Top 10 gefahren.

Strafversetzung für Maximilian Günther

Platz fünf sicherte sich Alex Lynn (Mahindra), starker Sechster wurde Tom Blomqvist (Jaguar), der den zur Langstrecken-WM abgereisten James Calado ersetzt. Andre Lotterer bestätigte als Siebter die gute Vorstellung von Porsche. Felipe Massa (Venturi), Sergio Sette Camera (Dragon) und Edoardo Mortara (Venturi) komplettierten die Top 10, die Nico Müller (Dragon) als Elfter knapp verpasste.

Maximilian Günther (BMW-Andretti) fuhr auf Position 13, wird aber wegen der Kollision im vierten Rennen am vergangenen Sonntag in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt. Die beiden Mercedes-Piloten Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries enttäuschten mit den Rängen 18 und 19. Daniel Abt kommt im Nio weiterhin nicht in Fahrt und kam nur auf Platz 20.

Die letzten beiden Rennen des Formel-E-Finales finden auf einer neuen, 130 Meter langen Streckenführung in Berlin-Tempelhof statt. Ab der 4. Kurve enthält die Strecke einen technischeren Mittelteil mit einer Reihe von enge Passagen.

Das Rennen wird wie üblich um 19:00 Uhr gestartet.

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