Mick Schumacher drehte in der Schlussphase des Rennens mächtig auf. - Bildquelle: Motorsport ImagesMick Schumacher drehte in der Schlussphase des Rennens mächtig auf. © Motorsport Images

Spielberg - Rookie Robert Schwarzman (Prema) hat am Samstag das Hauptrennen am zweiten Rennwochenende der Formel-2-Saison 2020 auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg gewonnen und damit in seinem erst dritten Formel-2-Rennen seinen ersten Sieg gefeiert.

In einem langwierigen Regenrennen triumphierte der Russe vor Polesetter Yuki Tsunoda (Carlin). Im Kampf um Rang drei setzte sich Guanyu Zhou (Virtuosi) hauchdünn gegen Mick Schumacher (Prema) durch. Nach einer unauffälligen ersten Rennhälfte drehte der Sohn von Michael Schumacher in der Schlussphase auf und wäre von Startplatz neun aus fast noch auf das Podium gefahren.

Fast zwei Stunden Verzögerung wegen des Regens

Aufgrund der wetterbedingten Verschiebung des Formel-1-Qualifyings, gingen die Autos  mit 50 Minuten Verspätung und aufgrund der sehr nassen Strecke hinter dem Safety-Car auf die Strecke.

Wie schwierig die Bedingungen waren, sah man unter anderem an Artjom Markelow (HWA). Der erfahrenste Fahrer des Starterfelds kam während der Runde aus der Box in die Startaufstellung von der Strecke ab, landete im Kiesbett und konnte das Rennen gar nicht erst aufnehmen.

Nachdem Bernd Mayländer das Feld vier Einführungsrunden lang angeführt hatte, sah die Rennleitung ein, dass ein Rennstart in absehbarer Zeit nicht möglich ist und zeigte die rote Flagge.

Es folgte eine längere Wartezeit in der Box, welche einige Fahrer aber mit Humor nahmen - vor allem Callum Ilott: "Zumindest muss ich heute Abend nicht duschen", sagte er am Boxenfunk und später: "Gut, dass ich meine Badehose mitgebracht habe."

Starke Schlussphase von Mick Schumacher

Um 18:35 Uhr, fast zwei Stunden nach der ursprünglich geplanten Startzeit, erfolgte dann der faktische Rennstart - erneut hinter dem Safety-Car. Die vorher gefahrenen Einführungsrunden wurden von der geplanten Renndistanz abgezogen, sodass noch 36 Runden verblieben.

Nach vier dieser 36 Runden wurde das Rennen endlich freigegeben. Polesetter Tsunoda verteidigte die Führung und sah über weite Strecken des Rennens wie der sichere Sieger aus. Doch dann gab es ein Problem mit dem Boxenfunk. Trotz mehrmaliger Aufforderung seiner Mannschaft kam der Red-Bull-Junior nicht an die Box, auch auf die energisch gezeigte Boxentafel reagierte er erst nach mehreren Runden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er auf abgefahrenen Regenreifen aber schon so viel Zeit verloren, dass er nach dem Boxenstopp hinter Schwarzman und Zhou auf Rang drei zurück fiel. Doch Tsunoda zeigte auf frischen Regenreifen und auf abtrocknender Strecke ein überlegenes Tempo, ging an Zhou vorbei und schloss zu Schwarzman auf, an dem er aber keinen Weg vorbei fand.

Schwarzman, der wie Schumacher zum Nachwuchsprogramm von Ferrari gehört und vor Startplatz sechs aus eine überzeugende Leistung zeigte, widmete den Sieg seinem Vater Michail, der im April an den Folgen einer COVID-19-Infektion verstorben war.

Hinter Schumacher komplettierten Callum Ilott (Virtuosi), Christian Lundgaard, Marcus Armstrong (beide ART), Daniel Ticktum (DAMS), Jake Aitken (Campos) und Sean Gelael (DAMS) die Top 10. Ticktum wird damit am Sonntag im Sprintrennen (11:10 Uhr) auf der Pole-Position der umgekehrten Startaufstellung stehen.

Für spektakuläre Bilder sorgte Felipe Drugovich (MP Motorsport), der rundenlang mit glühenden Bremsscheiben an der Vorderachse fuhr. Beim Boxenstopp wurde klar, woran das lag: Die Bremsbelüftungen waren mit Tape verklebt. Obwohl die Bremse bei Reifenwechsel sogar leicht Feuer fingen, ging er wieder auf die Strecke zurück.

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