Victoria Carl will nicht an ihrem Anzug herumschneiden - Bildquelle: AFPSIDJOE KLAMARVictoria Carl will nicht an ihrem Anzug herumschneiden © AFPSIDJOE KLAMAR

Oberstdorf (SID) - Der deutsche Skiverband hat derzeit nicht die allerschnellsten Skilangläuferinnen, wohl aber die besterzogenen. Während die Konkurrentinnen im WM-Rennen von Oberstdorf über 10 km am Dienstag bei "tropischen" Temperaturen zum großen Teil ärmellos und beinfrei unterwegs waren, hatten die deutschen Starterinnen darauf verzichtet, brüsk an ihren Anzügen herumzuschnibbeln.

"Wir kriegen jedes Jahr nur einen Rennanzug, der ist so gut vom Material, der ist mir einfach zu schade", sagte Victoria Carl, als beste Deutsche auf Platz 14, nach dem Rennen: "Der Anzug ist sauteuer, und der DSV hat eh jedesmal zu kämpfen - da zerschneide ich keinen Laufanzug. Ich habe mir dann eben die Ärmel hochgekrempelt, auch wenn die schnell wieder heruntergerutscht sind."

Peter Schlickenrieder durfte seine Topläuferin aber beruhigen. "Das gefällt mir gut", lachte der Bundestrainer, "aber am Anzug scheitert es nicht, da haben wir genügend in petto." Zwar habe er "meine Leute schon auf Sparsamkeit eingeschworen, weil mir klar war, dass die Saison eine sehr teure wird", sagte der 51-Jährige, "aber Geld für Anzüge haben wir definitiv." 

Zu den Gründen für die Kostensteigerung in der WM-Saison meinte Schlickenrieder: "Mir war wichtig, dass wir so viele Athleten und Athletinnen wie möglich im Weltcup zum Einsatz bringen, und das kostet halt jedes Wochenende 10 bis 15.000 Euro mehr. Du brauchst mehr Zimmer, dazu die ganzen Coronatests, dann explodiert sofort dein Budget - deshalb ist bei den Mädels wahrscheinlich ein bisschen Sparbemühen da."

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