Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft um ihre historische WM-Chance. ... - Bildquelle: Imago / ran.deDie deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft um ihre historische WM-Chance. Unser Kommentator Jan Lüdeke (l.) hat ihre Chancen eingeordnet. © Imago / ran.de

München - Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft beim sogenannten Repechage-Turnier in Marseille (11. bis 23. November live auf ProSieben MAXX und ran.de) um das letzte Ticket zur Weltmeisterschaft. Dafür müssen sich die Schwarzen Adler, so der Spitzname des Teams, den Gruppensieg gegen Kanada, Honkong und Kenia sichern. Wir haben mit unserem Kommentator Jan Lüdeke über die Chancen gesprochen.

ran.de: Warum ist es eine historische Chance für die deutsche Nationalmannschaft?

Jan Lüdeke: Deutschland war noch nie bei einer Rugby-Weltmeisterschaft dabei. Dementsprechend wäre das ein riesiger Erfolg und würde dem Sport auch immens weiterhelfen, wenn man auf so einer Bühne auftreten würde.

ran.de: Wie schätzt du die Chancen ein?

Lüdeke: Die sind durchaus realistisch. Kenia und Hongkong müssen für Deutschland schlagbar sein - auch wenn das alles andere als Selbstläufer werden. Aber die Mannschaft hatte eine gute Vorbereitung, einen guten Kader und ein gutes Trainerteam. Daher müsstest du die packen. Aber Kanada ist der klare Favorit. Die haben teilweise Spieler, die auf allerhöchsten Niveau im Klub-Rugby spielen. Aber: Die hatten auch ihre Querelen im Verband und Formkrisen mit schlechten Ergebnissen. Daher glaube ich, dass Deutschland an einem guten Tag auch Kanada schlagen kann.

ran.de: Was zeichnet das deutsche Team aus?

Lüdeke: Gerade in der dritten Reihe sind wir sehr, sehr stark aufgestellt. Dazu kennen sich die meisten Jungs wahnsinnig gut, bis zur letzten Saison hat ein Großteil zusammen beim Heidelberger RK gespielt. Deutschland hat seine Querelen im Verband überwunden und das kann eine "Jetzt-Erst-Recht"-Mentalität auslösen. Dazu gibt es Verstärkung aus dem 7er Rugby, da ist Deutschland wahnsinnig stark und Vize-Europameister. Dadurch bringen die Jungs auch ein gewisses Sieger-Gen mit.

ran.de: Wo sind die Schwächen?

Lüdeke: Es ist vielleicht die Erfahrung auf höchstem Niveau. Wir haben keinen Spieler, der in der ersten Liga in England oder Frankreich spielt. Es spielen zwar einige im Ausland. Aber die spielen meist in den zweiten Ligen, die immer noch ein höheres Niveau als die deutsche Bundesliga haben. 

ran.de: Wer sind die deutschen Stars?

Lüdeke: Rugby ist eigentlich ein Sport, der größtenteils ohne Stars auskommt. Aber für mich ist der beste Mann bei Deutschland Jaco Otto. Der ist ein richtiger Arbeiter, macht viele Tackles, mit vielen Ballvorträgen und er legt auch sehr viele Versuche. Interessant ist auch Eric Marks. Ein ganz junger Kerl, der als 18-Jähriger aus der zweiten Liga nach Frankreich gegangen ist und zuletzt Kapitän der deutschen Auswahl war. Aber auch Tim Biniak, der ist auch 7er-Nationalspieler und wahnsinnig schnell.

ran.de: Mike Ford ist deutscher Nationaltrainer. Ein großer Name in der Rugby-Szene.

Lüdeke: Er ist relativ neu im Amt. Das so einer eine deutsche Nationalmannschaft trainiert, ist sensationell und eigentlich unfassbar. Er ist eine wirklich Legende, hat schon auf allerhöchsten Niveau gecoacht. Er ist der Vater von George Ford und der wiederum ist einer der Top-Verbinder (Position im Rugby, Anm. d. Red.) der englischen Nationalmannschaft. Alleine die Aura von so einem Mann macht die Mannschaft schon stärker. 

ran.de: Warum sollten #ranNFL-Fans einschalten?

Lüdeke: Wer Kontaktsportarten mag, der wird auch Rugby mögen. Es ist vom Sport her schon sehr unterschiedlich. Beim Rugby ist es beispielsweise ein laufendes Spiel, während beim Football viele Pausen sind. Aber es ist ein sehr ehrlicher Sport, bei dem die Männer ohne Schutz ihre Kräfte messen. Der Sport ist wahnsinnig attraktiv, wie auch beim American Football fallen viele Punkte.

Das Interview führte Julian Reusch

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