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San Francisco 49ers und die Quarterback-Frage: Purdy, Lance oder eine externe Lösung?

  • Aktualisiert: 04.02.2023
  • 09:34 Uhr
  • ran.de / Oliver Jensen
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Die San Francisco 49ers haben in Brock Purdy und Trey Lance zwei hochtalentierte Quarterbacks unter Vertrag, die kommende Saison miteinander konkurrieren. Oder kommt alles ganz anders?

von Oliver Jensen

Das Football-Märchen von Brock Purdy fand ein schmerzhaftes Ende. Der Quarterback der San Francisco 49ers zog sich im NFC Championship Game eine Ellenbogenverletzung zu. Er muss sich einer Operation unterziehen und wird wohl rund ein halbes Jahr ausfallen - oder sogar länger?

Head Coach Kyle Shanahan gab sich zuversichtlich und erklärte, in sechs Monaten wird er "derselbe Kerl und bereit sein zu spielen". Nicht jeder teilt diese Zuversicht. 

Der US-Orthopäde Mark Adickens malte vor Shanahans Aussagen ein düsteres Szenario für die Genesungszeit, wie NFL-Reporter Dov Kleiman berichtet. Laut Adickens, der einst selbst in der NFL spielte, dürfte Purdys Verletzung und die notwendige Operation eine Zwangspause über ein komplettes Jahr bedeuten. Eine Rückkehr schon nach sechs bis neun Monaten sei demnach "unwahrscheinlich".

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Trey Lance ist zur Saison 2023 wieder fit

Mit seinem Verletzungspech befindet sich Purdy bei den 49ers jedenfalls in guter Gesellschaft: Quarterback-Kollege Trey Lance laboriert an seinem Knöchelbruch, den er sich früh in der Saison zugezogen hat. Zur kommenden Saison dürfte zumindest Letzterer wieder fit sein. Purdys Weg zurück könnte langwieriger werden. 

Umso mehr stellt sich die Frage: Wer wird die 49ers dann als Quarterback anführen?

Wird es wieder der 22-jährige Lance sein, der beim NFL Draft 2021 an Position 3 gepickt wurde und als die Zukunft dieser Franchise galt? Oder ist es der (sofern rechtzeitig fit) 23-jährige Purdy, der beim NFL Draft 2022 an Position 262 als letzter Spieler ausgewählt wurde und seit Anfang Dezember einen steilen Aufstieg hinlegte?

Oder übernimmt ein ganz anderer Spielmacher das Zepter in San Francisco? 

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Sicher ist wohl nur, dass Jimmy Garoppolo keine Zukunft bei den 49ers hat. Sein Mega-Vertrag über fünf Jahre und 137,5 Millionen Dollar läuft aus. Der 31-Jährige kann als Free Agent selbst über seine Zukunft bestimmen. In San Francisco dürfte diese nicht liegen. Head Coach Kyle Shanahan schließt sogar einen Einjahres-Vertrag mit Garoppolo aus: "Ich sehe kein Szenario dafür."

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San Francisco 49ers: Die Zahlen sprechen für Purdy

Purdy bringt die Gewinner-Mentalität mit. Bis zum NFC Championship Game gegen die Philadelphia Eagles hatte er alle sieben Spiele als Starting-Quarterback gewonnen. Und wer weiß, wie das Spiel gegen Philadelphia ausgegangen wäre, hätte er sich nicht früh im Spiel die Verletzung zugezogen?

Bei insgesamt neun Spielen warf er 13 Touchdown-Pässe bei vier Interceptions. Sein Passer Rating belief sich auf 107,3. Zum Vergleich: Lance hatte bei acht Einsätzen ein durchschnittliches Rating von 84,5. Lediglich fünf Touchdown-Pässen stehen drei Interceptions gegenüber. Purdy brachte 67,1 Prozent seiner Pässe an den Mann, Lance lediglich 54,9 Prozent.

Grundsätzlich fanden beide in San Francisco ein perfektes Umfeld vor. Tight End George Kittle, Running Back Christian McCaffrey, Fullback Kyle Juszczyk und die Passempfänger Deebo Samuel sowie Brandon Aiyuk sind echte Waffen.

Zumal Head Coach Kyle Shanahan ein guter Playcaller ist, der all diese Stärken einzusetzen weiß. Der Trainer lobt, dass der junge Purdy trotz seiner mangelnden Erfahrung kaum Fehler machte: "Was mich am meisten beeindruckt hat, war, wie gut er mit dem Ball umgegangen ist."

Lance ist um ein Vielfaches teurer als Purdy

Ein weiteres Argument für Purdy: Er hat mit den Siegen gegen die Seattle Seahawks und den Dallas Cowboys bewiesen, in den Playoffs bestehen zu können. Trey Lance müsste diesen Beweis erst noch erbringen. Purdy ist aufgrund des späten Picks auch außerordentlich günstig: Er steht drei weitere Jahre mit einem Durchschnittsgehalt von jeweils 1.004.253 US-Dollar unter Vertrag. 

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Bei Lance wissen die 49ers noch immer nicht so richtig, wie gut er wirklich als Starting-Quarterback funktioniert. In zwei Spielzeiten hat Lance nur vier Spiele begonnen und 248 Offensive Snaps gespielt. Dafür aber schlägt er ordentlich auf den Salary Cap: Lance kassiert 9,3 Millionen Dollar im Jahr 2023 und 10,85 Millionen Dollar im Jahr 2024.

Ein offener Konkurrenzkampf zwischen den beiden jungen Passgebern wäre möglich. Purdys Nachteil dabei: Er wird wohl den Großteil der Saisonvorbereitung verletzt verpassen. Die Chance für Lance - oder doch nicht?

Es wäre auch möglich, einen externen Top-Star zu verpflichten. Denn eines ist klar: Die 49ers befinden sich im Win-Now-Modus . Die Offensive ist mit vielen Waffen gespickt, und die Defensive war 2022 sowohl hinsichtlich der zugelassenen Yards wie auch bei den zugelassenen Punkten die beste der NFL. Das Titelfenster ist jetzt geöffnet - die 49ers müssen es nutzen. Diesen Kader werden sie nicht ewig zusammenhalten können. 

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Aaron Rodgers wuchs als 49ers-Fan auf - und will trotzdem nicht nach San Francisco

Mit einem Elite-Quarterback wären die 49ers automatisch ein Titelkandidat. Tom Brady, der in seiner Kindheit ein großer Fan der 49ers gewesen ist, wurde in den Medien als möglicher Kandidat gehandelt, bis dieser nun seinen Rücktritt erklärte. 

Eine weitere namhafte Option wäre Aaron Rodgers. Es ist bekannt, dass Shanahan sich bereits im Jahre 2021 nach der Verfügbarkeit von Rodgers informiert haben soll. Ob er einen erneuten Versuch wagt? 

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Kommt Rodgers? Jets zuversichtlich

Hinter der Zukunft von Aaron Rodgers steht ein großes Fragezeichen. ran nennt die Teams, für die der Quarterback 2023 möglicherweise spielen könnte

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  • 09.03.2023
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Rodgers wuchs genauso wie Brady in Kalifornien als Fan der 49ers auf. Das Problem: Der Cap Space der 49ers, der bei 13.697.380 Dollar steht, könnte einer solchen Verpflichtung im Wege stehen. Offenbar hat Rodgers auch gar keine Lust auf einen Wechsel in die Heimat. "Ich gehe nicht nach San Fran", sagte er bei einem Golfturnier. 

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Head Coach und General Manager sehen keinen Bedarf

Doch welche Optionen bleiben ansonsten noch? Derek Carr hat bei den Las Vegas Raiders keine Zukunft mehr und wäre wohl verfügbar. Daniel Jones geht sogar als Free Agent in die kommende Offseason, nachdem sein Vertrag bei den New York Giants ausgelaufen ist. Doch wären diese (vermutlich sehr teuren) Quarterbacks wirklich ein Upgrade?

Shanahan tut zumindest so, als würde er überhaupt keinen Bedarf sehen: "Ich weiß, dass wir im Moment zwei Starter in unserem Team haben, von denen ich glaube, dass wir mit ihnen gewinnen können. Wenn du diese Situation hast, bist du nicht so erpicht darauf, dich umzusehen."

General Manager John Lynch sieht das offenbar genauso. "Unter dem Strich solltest du besser einen Quarterback haben, an den du wirklich glaubst, weil das eine so wichtige Position ist. Und es gibt zufällig zwei junge Leute, die wir wirklich mögen", sagte er in Anspielung auf Lance und Purdy. 

Und doch ist es völlig offen, wer in der Saison 2023 der Passgeber von San Francisco sein wird. 


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