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Borussia Mönchengladbach: So gut wie zu Günter Netzers Zeiten

  • Aktualisiert: 14.11.2014
  • 17:45 Uhr
  • ran.de / Dominik Hechler
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© Getty
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Borussia Mönchengladbach hat den besten Saisonstart seit 39 Jahren hingelegt. Die Fohlenelf ist seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen und rangiert in der Liga hinter dem FC Bayern auf Platz zwei. ran.de nennt fünf Gründe, warum die Borussia in dieser Saison so stark ist und bereits als "Bayern-Jäger Nummer eins" bezeichnet wird.

München - Als das 2:1 beim SC Paderborn endlich unter Dach und Fach war, ballte Lucien Favre die Fäuste und setzte wieder einmal sein verschmitztes Grinsen auf. Das macht der Trainer von Borussia Mönchengladbach immer dann, wenn er mit der Leistung seiner Mannschaft durchweg zufrieden ist.

Der Beobachter dürfte längst festgestellt haben: Favre grinste in den vergangenen Wochen häufig. Sehr häufig sogar. Ist ja auch kein Wunder: Die Elf vom Niederrhein ist seit zehn Pflichtspielen unbesiegt und steht in der Bundesliga nach sechs Spieltagen auf Platz zwei - hinter dem scheinbar übermächtigen FC Bayern.

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Bester Saisonstart seit 39 Jahren

Es ist der beste Saisonstart der Gladbacher seit 39 Jahren. Damals stand bei der Fohlenelf noch Trainer-Legende Udo Lattek an der Seitenlinie. Und der holte in der Saison 1975/1976 mit der Borussia die deutsche Meisterschaft und führte sie im Cup der Landesmeister bis ins Viertelfinale. Dort war gegen Real Madrid Endstation.

Mit der Borussia ist also wieder zu rechnen - national wie international. Der Boulevard taufte sie bereits "Bayern-Jäger Nummer eins" - noch vor Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und dem FC Schalke 04.

ran.de nennt fünf Gründe, warum Borussia Mönchengladbach in dieser Saison so stark ist:

Der Kader: Die Borussia ist so stark bestückt wie seit Netzers Zeiten nicht mehr. Jede Position ist doppelt besetzt - fast ohne qualitativen Verlust. Zur großen Freude von Gladbach-Coach Favre, der in der Europa League, dem DFB-Pokal und auch in der Liga rotieren kann, ohne Angst haben zu müssen, dass das spielerische Element seines Team darunter leidet.

Vor allem im Mittelfeld teilen sich Andre Hahn, Ibrahima Traore, Fabian Johnson und Patrick Herrmann die Dienste. Mit Erfolg. Spielt Hahn, trifft er. Spielt Herrmann, trifft er auch. So wie zuletzt in Paderborn. Borussia ist so nur schwer auszurechnen.

Im Sturm ist der junge Schwede Branimir Hrgota endlich eine echte Alternative zu Torjäger Max Kruse. In drei Europa-League-Einsätzen und einem DFB-Pokal-Spiel erzielte Hrgota sieben Treffer. Ein Top-Wert.

Im Tor ist es zudem gelungen, den Abgang von Marc-Andre Ter Stegen zum FC Barcelona gut zu kompensieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Neuzugang Yann Sommer (kam vom FC Basel) zuletzt der erhoffte, sichere Rückhalt. Vor allem auf der Linie glänzte der Schweizer National-Keeper bisher mit bärenstarken Reflexen.  

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Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sagt in "BILD" nicht umsonst über seinen Kader: "Die Truppe hat die Geilheit aufs Gewinnen."

Der Trainer: Lucien Favre übernahm die Gladbacher 2011 als Abstiegskandidat, sicherte mit der Borussia erst in der Relegation gegen den VfL Bochum den Klassenerhalt und formte seither am Niederrhein ein absolutes Top-Team. Und das in nur drei Jahren.

Favre hat einfach ein sehr gutes Gespür für seine Spieler und vor allem die richtige Ansprache. Die Mannschaft vertraut ihm, hat seine taktischen Vorstellungen schnell umgesetzt. Auch jetzt, bei diesem großen, extrem ausgeglichenen Kader, findet der Schweizer mit seiner Art zu rotieren, genau den richtigen Mittelweg. Jeder Spieler bekommt von Favre das Gefühl vermittelt, wichtig zu sein. So wird nicht gleich gemeckert, wenn ein Gladbach-Profi mal auf die Bank muss.

"Wir verteilen die Belastung durch die Rotation, weil wir keine Lust auf so viele Verletzte haben", sagte Favre. Der Gladbach-Coach hat übrigens angeblich sogar eine Meisterprämie in seinem Vertrag. Ob er diese schon dieses Jahr ausgezahlt bekommt?

Der Sportmanager: Max Eberl ist der Baumeister dieser "neuen" Borussia. Der Sportmanager hat im Jahr 2011 Lucien Favre als Trainer verpflichtet und ein ums andere Mal ein gutes Näschen in Sachen Neuverpflichtungen bewiesen.

Spieler wie Marco Reus, Dante, Roman Neustädter, Max Kruse, Andre Hahn, Ibrahima Traore oder Fabian Johnson gehen auf sein Konto. Und der Clou daran: Eberl hat genau diese Spieler für vergleichsweise wenig Geld an den Niederrhein geholt - und, wie im Fall von Reus, wieder teuer verkauft. Max, der Schnäppchenjäger.

Nur einmal hat auch er sich mächtig vertan: Luuk de Jong, mit zwölf Millionen Euro der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, floppte auf ganzer Linie. Vielleicht sollte Eberl einfach seinem Motto treu bleiben und weiterhin nach den Schnäppchen Ausschau halten - die haben bis jetzt immer eingeschlagen.

Der Tempo-Fußball: Wenn die Gladbacher in dieser Saison den Ball haben, geht in der Offensive die Post ab. Und wie. Dann wird so schnell umgeschaltet, dass die gegnerischen Mannschaften überrumpelt und in der Defensive noch komplett ungeordnet sind. Der FC Schalke 04 kann ein Lied davon singen. Beim 1:4 im Borussia-Park liefen die Jungs von Trainer Jens Keller immer wieder ins offene Konter-Messer der Borussia, die diese Partie noch deutlich höher hätte gewinnen können.

"Herrlich! Die Philosophie, dieses turboschnelle Spiel nach vorne, das erinnert mich total an unsere Zeit damals. Für diese Borussia ist alles möglich", sagte deshalb auch Allan Simonsen, der legendäre, dänische Flügelflitzer der Gladbacher aus den siebziger Jahren.

Die fantastischen Drei: Andre Hahn, Max Kruse und Raffael - das sind die fantastischen Drei vom Niederrhein. Ihre Geburtsstunde? Das 4:1 gegen den FC Schalke 04, als diese Drei die "Königsblauen" fast im Alleingang schwindelig spielten.

Dass Raffael und Kruse sich auf dem Rasen blind verstehen, war schon in der vergangenen Saison zu beobachten. Doch vor allem Hahn, der nimmermüde Kämpfer und Arbeiter auf der rechten Offensiv-Seite der Borussia, ist eine wunderbare Ergänzung zu diesen beiden Feingeistern. Stehen sie gemeinsam auf dem Feld, können sich die gegnerischen Abwehrspieler anschnallen.


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