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Spieler des Tages: Ragnar Ache (1. FC Köln)
Ganz unbescheiden verurteilte Ragnar Ache die verbleibenden zehn Monate mal eben zur Bedeutungslosigkeit. "Ich finde schon", antwortete der gefeierte Stürmer des 1. FC Köln mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf die Frage, ob sein spektakulärer Treffer per Fallrückzieher das Tor des Jahres sei.
Aches Trainer pflichtete seinem Schützling prompt bei. "Bei der Wahl zum Tor des Jahres geht es jetzt wohl nur noch um Platz zwei", sagte Lukas Kwasniok nach dem 2:2 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim. Und tatsächlich spricht Vieles dafür, dass der Treffer vom 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim Votum der ARD kaum zu schlagen sein wird. Schließlich musste sogar der geschlagene Nationaltorhüter nach Worten ringen.
"Was soll ich sagen? Glückwunsch. Bei so etwas musst du sagen: herzlichen Glückwunsch", gratulierte Oliver Baumann, als er am Sky-Mikrofon das "höchstwahrscheinlich" beste Gegentor seiner Karriere bewerten sollte - und einen Vergleich zur FC-Ikone Lukas Podolski nicht scheute: "Ich habe schon mal hier von Poldi eins gekriegt, in meinen ganz jungen Jahren. Aber das ist auch sensationell - das muss man anerkennen."
Das tat auch die Social-Media-Abteilung der Kölner. Sie veredelte das fünfte Saisontor des im vergangenen Sommer vom 1. FC Kaiserslautern gekommenen Angreifers mit einem Bilderrahmen und platzierte es als Gemälde unter dem Kommentar "work of art" (Kunstwerk) in einem Museum.
Ache selbst wusste allerdings gar nicht so genau, wie ihm das Kunststück zur Führung in der 15. Minute gelungen war. "Der Ball ist geflogen und ich kam da mit dem Kopf eigentlich fast nicht hin. Dann hat mein Körper einfach reagiert und dann ist er so reingeflogen", sagte der 27-Jährige: "Ich habe den Ball getroffen und dann so ein bisschen nach hinten geguckt und gedacht: 'Oh, der fliegt eigentlich relativ gut.' Dann bin ich aufgekommen, habe das Stadion gehört und nach hinten geguckt und dann lag der Ball im Tor. Das kann ich selber nicht glauben."
Auch dank Ache punkteten die Kölner gegen den Tabellendritten nach zuletzt zwei Niederlagen endlich gegen ein Topteam. Mit der Vorlage für Aches Geniestreich und dem Ausgleichstreffer war Shootingstar Said El Mala maßgeblich am Remis beteiligt, über das 19 Jahre alte Toptalent wollte Kwasniok aber nicht reden: "Heute ist nicht der richtige Tag, um über Said zu sprechen", sagte der 43-Jährige: "Wenn jemand so ein Tor macht wie Ragnar Ache, dann will ich nur noch eine Überschrift lesen: 'König der Lüfte.'"