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DFB-Auftaktspiele: Pleiten, Pech, Pannen

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© AFP/SID/INA FASSBENDER
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Julian Nagelsmann spricht von einem "Brett" zum EM-Auftakt, Rudi Völler erwartet einen "tollen Fight", und die gesamte DFB-Auswahl ist sich einig: Ein guter Start in die EURO am Freitag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) gegen Schottland, und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft könnte durchs Turnier schweben. Allein: Die letzten drei Male ging das schief.

Nach sechs Auftaktsiegen vom "Sommermärchen" bei der WM 2006 bis zur EM 2016 setzte es zuletzt drei Niederlagen zum Start. Was lief warum falsch? Und wie ging es danach weiter? Ein Blick zurück - und nach vorn.

WM 2018, Deutschland - Mexiko 0:1

Die hitzige Debatte um die berühmten Erdogan-Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan überlagert das Spiel, dazu gesellt sich beim Titelverteidiger "Selbstherrlichkeit" und "Arroganz", wie Bundestrainer Joachim Löw später einräumen wird. Seine Elf agiert in Moskau derart ausrechenbar, dass Mexikos Coach Juan Carlos Osorio lässig erklärt, er habe seinen Plan schon "ein halbes Jahr" vorher ausgetüftelt.

Das Ergebnis dieses unheilvollen Mixes ist die erste Auftaktniederlage bei einer WM seit 1982. Damals rumpelten Kapitän Karl-Heinz Rummenigge und Co. bis ins Finale, in Russland aber hilft auch "Jogi cool" an der Strand-Laterne von Sotschi nichts: Nach der Pleite im Gruppenfinale gegen Südkorea (0:2) scheitert Deutschland erstmals in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft.

EM 2021, Deutschland - Frankreich 0:1

Mats Hummels ist einer der Stars, die als Folge des Desasters von 2018 von Löw aussortiert werden. Drei Jahre später ist er beim paneuropäischen Corona-Turnier wie Thomas Müller zurück, kurz vor dem Start schreibt er bei Instagram: "Gott hab ich Bock auf dieses Spiel." Dann unterläuft ihm: ein Bock.

Im Stile eines "Amateurs", lästert die italienische Zeitung Tuttosport, habe Hummels die Hereingabe von Lucas Hernandez ins eigene Tor gelenkt, es ist das erste deutsche Eigentor bei einer Europameisterschaft. "Um Hummels Willen!", wortspielt Bild. Gegen Portugal (4:2) und Ungarn (2:2) kämpft sich Deutschland ins Achtelfinale, dort ist im letzten Länderspiel unter Löw gegen England (0:2) Schluss.

WM 2022, Deutschland - Japan 1:2

Wieder gibt es Diskussionen um fußballferne Themen, diesmal steht die politische Lage im Gastgeberland Katar und das faktische Verbot der Kapitänsbinde ("One Love") durch die FIFA im Fokus. Bundestrainer Hansi Flick klagt intern, sein Team habe "keine Unterstützung aus Deutschland". Vor dem Auftakt schläft er schlecht, ist genervt und frustriert.

Der inzwischen berühmte "Flug der Graugänse" soll seine Mannschaft am Vorabend des Spiels in Al-Rayyan buchstäblich beflügeln, doch Kapitän Manuel Neuer und Co. stürzen ab. Auch, weil Flick rätselhaft wechselt und so nach der Führung durch Ilkay Gündogan ein Bruch ins Spiel kommt. Eine gute Partie gegen Spanien (1:1) und der Sieg nach einem wirren Auftritt gegen Costa Rica (4:2) reichen nicht mehr, Deutschland scheitert abermals in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft.

Und diesmal?

Die Debatte um die Binde wurde mit der Entscheidung für die "Respect"-Kampagne der UEFA frühzeitig abgeräumt, das politische Störfeuer um die Zusammensetzung der DFB-Elf überzeugend gelöscht. Lästig sind dagegen personelle Kontroversen wie jene um Neuer oder Kapitän Gündogan.

Wirkliche Parallelen zu Katar gibt es jedoch nicht. "Wir haben eine stark veränderte Mannschaft", sagt Niclas Füllkrug, "einen ganz anderen Kern und ein anderes Trainerteam, es macht keinen Sinn zu vergleichen und zu fragen: Was können wir anders machen." Sein Rat an die Kollegen: "Einfach spielen!"


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