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Gerüchte um Wechsel

Romelu Lukaku: Das 113-Millionen-Euro-Missverständnis des FC Chelsea

  • Aktualisiert: 16.06.2022
  • 17:00 Uhr
  • ran.de/Tim Rausch
Article Image Media
© Getty Images
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Vor knapp zehn Monaten überwies der FC Chelsea 113 Millionen Euro an Inter Mailand für Stürmer Romelu Lukaku. Eine enttäuschende Saison, gezeichnet von Schlagzeilen abseits des Feldes und wenig Toren, später wird der Belgier bereits mit einer Rückkehr nach Italien in Verbindung gebracht. Was lief schief?

München - Die ersten Seiten der Neufassung des Chelsea-Kapitels für Romelu Lukaku lesen sich wie ein Märchen. Im ersten Pflichtspiel traf er auswärts gegen den FC Arsenal (2:0), im ersten Heimspiel im neuen Trikot erzielte der Sommer-Neuzugang, den der FC Chelsea für 113 Millionen Euro von Inter Mailand loseiste, einen Doppelpack gegen Aston Villa (3:0). 

Erst setzte er im Strafraum einen Haken, ließ einen Gegenspieler damit ins Leere rutschen und schob mit dem schwächeren rechten Fuß zum 1:0 ein. In der Nachspielzeit knallte er einen Schuss aus 16 Metern in die Maschen und setzte den Schlusspunkt der Partie. 

"Ein Star", "Traumeinstand", "Big Rom ist hier" titelte die Presse. Dass das erste Kapitel bereits der Höhepunkt seiner (bisherigen) Chelsea-Laufbahn sein wird, hätte damals kaum einer kommen sehen.

Womöglich kommen nicht viele Kapitel mehr hinzu, denn auch seine zweite Zeit an der Stamford Bridge könnte ihrem Ende entgegenstreben. Der Belgier wurde in den vergangenen Wochen vermehrt mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Sein nächstes Kapitel könnte, keine zwölf Monate nach dem Wechsel nach London, in Italien spielen. 

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Romelu Lukaku: Ein Stürmer auf Torsuche

Denn der zuletzt an einer Knöchelverletzung laborierende 102-malige Nationalspieler funktionierte in der vergangenen Saison nur selten im System von Chelsea, beklagte Anfang des Jahres selbst die Situation und goß so zusätzliches Öl ins Feuer. Für die Aussagen in dem Interview mit "Sky Sport Italia" brummte der Klub ihm eine Geldstrafe von einer halben Million Euro auf und Trainer Thomas Tuchel strich ihn für ein Spiel aus dem Kader.

Diego Costa N'Golo Kante
News

Diego Costa: Irre Nackt-Anekdote mit N'Golo Kante

Beim FC Chelsea ging es zur Zeit von Diego Costa in der Kabine wohl recht lustig zu. Der Stürmer erzählte nun eine äußerst kuriose Nackt-Anekdote rund um Weltmeister N'Golo Kante.

  • 05.06.2022
  • 20:01 Uhr

Das Verhältnis zum deutschen Trainer, der als Taktik- und Disziplin-Fanatiker gilt, ist spätestens seitdem schwierig. "Das ist nicht gut. Es bringt Unruhe rein und das will ich nicht", mahnte Tuchel damals. Zwar "vertrugen" sich die beiden im Rahmen eines Videos auf der Teamwebsite, die Versöhnung ähnelte jedoch eher einem PR-Video als einer ernsthaften Aussprache.  

Dennoch stand Lukaku in 44 Pflichtspielen auf dem Rasen, erzielte 15 Tore und bereitete zwei weitere vor. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor sammelte Lukaku, ebenfalls in 44 Pflichtspielen, bei Inter Mailand 40 Scorerpunkte. Der Rückgang liegt auch daran, dass Tuchel ihn in eine neue Rolle hineindrängte.

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Strafraumstürmer statt kompletter Stürmer

Der Coach setzt den 1,92-Meter-Hünen als Neuner ein. Ein Strafraumstürmer, der die Flanken verwerten und im Sechzehner wühlen soll. Doch auch wenn Lukaku augenscheinlich den Eindruck eines klassischen Mittelstürmers macht (und durchaus auch die nötigen Qualitäten dafür besitzt), bietet er als Spieler weit mehr Stärken an.

Bei Inter stürmte er in einer Doppelspitze mit dem kleinen, dribbelstarken Lautaro Martinez. Ein Duo, das sich sehr gut ergänzte. Unter Mailand-Trainer Antonio Conte wurde Lukaku zusätzlich ins offensive Aufbauspiel eingebunden, holte Bälle aus dem Mittelfeld ab und nahm Fahrt in Richtung Strafraum auf. 

Bei Inter kam er so auf durchschnittlich 37 Ballberührungen pro Spiel, bei Chelsea waren es nun lediglich 29. Sieht wie ein kleiner Unterschied aus, für einen Stürmer aber sind das gehörige Differenzen. Bei Inter steuerte Lukaku in der Rolle des kompletten Stürmers als Vorlagengeber zehn Assists bei, acht mehr als bei Chelsea. 

"Wenn man solch einen Mittelstürmer wie ihn hat, muss man das ausnutzen. Und ich denke, Chelsea weiß nicht, wie man ihn am besten nutzt", sagte Conte vergangenen September bei "Sky Sport Italia".

Romelu Lukaku: Immer wieder Rückschläge

Lukaku selbst ließ in einigen Partien allerdings den Torinstinkt und die von ihm gewohnte Spielqualität vermissen, vergab Großchancen, ließ Bälle verspringen oder ritt mit seinen Mitspielern nicht auf einer Wellenlänge.

Zur Geschichte gehört aber auch, dass Verletzungen und eine Corona-Infektion Lukaku zurückwarfen. Eine Verstauchung am Oberschenkel zwang ihn zu einer knapp einmonatigen Pause, das Virus kostete ihn zwei weitere Spiele. In der Nations League musste er jüngst beim Spiel zwischen Belgien und den Niederlanden mit der schon erwähnten Knöchelverletzung vom Platz, letztlich gingen die "Roten Teufel" mit 1:4 baden. 

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Neues Kapitel: Inter Mailand? 

Ob der Belgier in der kommenden Saison weiter im Dress der "Blues" auflaufen wird, ist fraglich. Laut mehreren Experten buhlt Inter Mailand seit einiger Zeit um eine Rückkehr, eine erste Offerte (ein Leihangebot) wurde wohl vom FC Chelsea abgelehnt. 

Beim italienischen Vizemeister zieht mittlerweile Simone Inzaghi die Fäden an der Seitenlinie. Das Spielsystem ähnelt dem von Conte. In Mailand könnte Lukakus Geschichte ein Happy End finden - allerdings nicht für alle Beteiligten. 

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