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Fußball

Göttlich zu WM-Boykott: "Kann das Thema nicht totschweigen"

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© Imago/SID/Oliver Ruhnke

Oke Göttlich hält an seiner kritischen Haltung gegenüber WM-Mitgastgeber USA fest und will die Debatte um einen möglichen Boykott trotz des Rüffels durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) fortführen. "Man kann ja ein Thema nicht totschweigen", sagte der Präsident des FC St. Pauli am Rande des Pokal-Viertelfinals bei Bayer Leverkusen im ZDF.

Er könne die kritische Rückmeldung durch den DFB gut annehmen, ergänzte Göttlich, dennoch habe ihn diese "überrascht, weil es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, dass man sich die Frage stellt, bevor man zu einem großen Turnier fährt, inwieweit die Bedingungen dort gegeben sind für den Zugang von Fans, für die freie Begegnung und so weiter".

Der Fußball "funktioniert nicht im Reagenzglas", mahnte Göttlich. In den USA werde versucht, "eine demokratische Spaltung herbeizuführen". Dass der DFB sich in dieser Frage eng mit der Bundesregierung abstimme, sei richtig. Dabei müsse man sich aber die Frage stellen, "inwieweit es in Ordnung ist, demokratiezersetzenden Tendenzen eine sportliche Bühne zu geben".

Er glaube sogar, meinte Göttlich, dass der Verband um Präsident Bernd Neuendorf ihm "ein Stück weit dankbar" sei, dass die Diskussion nicht erst unmittelbar im Vorfeld des Turniers hochgekocht sei "und man sich sinnvoll vorbereiten kann. Und ich sage ja nicht, die Spieler sollen sich Augen oder Ohren zuhalten."

Ihm gehe es vielmehr darum, dass sich der deutsche und europäische Fußball darüber klar werden müsse, "in welches Land wir in welchen Zeiten fahren und was wir dort repräsentieren wollen". Es sei ja durchaus möglich, dass man in die USA reise, "hoffentlich weit kommt und für die Demokratie Fußball spielt", meinte Göttlich.

Der DFB hatte mitgeteilt, dass ein Fernbleiben vom Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) "derzeit kein Thema" sei. Derartige Debatten, hieß es in Richtung des Vize Göttlich, sollten "intern" geführt werden.

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