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EM-Showdown: DHB-Team glaubt weiter an "Kopfmensch" Knorr
Nur 17 Tore bei 38 Abschlüssen, dazu immer wieder technische Fehler und verunglückte Zuspiele: Nein, es ist bislang wahrlich nicht das Turnier des Juri Knorr. Der Spielmacher von Deutschlands Handballern ist selbst unzufrieden mit seiner Leistung - vor dem entscheidenden Hauptrundenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF) glaubt Bundestrainer Alfred Gislason aber weiter fest daran, dass der Knoten beim Mittelmann pünktlich zur heißen Turnierphase platzt.
"Ich habe natürlich große Hoffnung, dass er gut spielt. Er ist Teil von diesem Team. Er hat super Leistungen gebracht in den letzten Jahren", sagte Gislason über den 25-Jährigen mit den großen Fähigkeiten. Mehr wollte der Isländer im Vorfeld des Showdowns aber nicht über Knorr philosophieren: "Wir sind eine Mannschaft, und ich habe das immer als sehr unfair empfunden, wenn ein Spieler rausgepickt wird."
Knorr selbst hatte sich während des Turniers in seiner neuen Wahlheimat sehr selbstkritisch ("nervt mich einfach extrem") gezeigt. Und doch würde er den bereits qualifizierten Dänen nur zu gern ins Halbfinale folgen, ein Remis gegen die Franzosen reicht bereits zum Weiterkommen. "Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir gegen Frankreich mithalten können", sagte Knorr: "Wahrscheinlich ist Frankreich noch der Favorit, aber wir sind da nah dran und können sie schlagen." Dafür wird auch Knorr gefordert sein.
"Im Endeffekt wissen wir alle, dass Juri ein Kopfmensch ist und dass er sich da viele Gedanken macht. Wir versuchen ihn aufzubauen, aber da muss natürlich auch jeder wissen, wie sehr man das will", sagte Linkshänder Nils Lichtlein. "Am Ende ist es ja auch so, dass wenn wir die ganze Zeit auf ihn zugehen würden, es ihn genauso unter Druck setzt."
Anders als bei den EM-Auftritten von Herning mit der Nationalmannschaft läuft es für Knorr im Klub in dieser Saison richtig gut. Nach einem halben Jahr bei Aalborg Handbold hat er die Herzen der Fans im Sturm erobert. Nach vier Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen hatte es Knorr im vergangenen Sommer in den hohen Norden gezogen, wo er ganz bewusst eine neue Herausforderung suchte.