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"Turnierdurchbruch" für Grgic? "Hat sich gut angefühlt"
Mit dem Mann des Spiels wollte sich Marko Grgic nicht auf eine Ebene stellen. Dass auch er zum so wichtigen zweiten EM-Hauptrundensieg gegen Norwegen wesentlich beigetragen hatte, wusste der Youngster aber sehr wohl. "Das waren nochmal vier, fünf Klassen besser als das, was ich gemacht habe", sagte der 22 Jahre alte Rückraumspieler von Deutschlands Handballern über Andreas Wolff (22 Paraden) schmunzelnd, aber: "Natürlich hat es sich gut angefühlt, dass ich der Mannschaft helfen konnte, das Spiel zu gewinnen."
Mit sieben Treffern, alle nach der Pause, avancierte Grgic beim 30:28 (15:17) gegen die Skandinavier zum besten deutschen Schützen. Nach den bislang unglücklichen EM-Auftritten kam dies einer Erlösung gleich. "Ich möchte das jetzt aber konstant bringen und nicht wieder 15 Spiele warten, bis das nächste gute Spiel kommt", sagte Grgic. Er freue sich, "aber es geht weiter".
Alfred Gislason sprach vom "Turnierdurchbruch" seines Flensburger Shooters. "Wenn er nach so einer Leistung kein Selbstvertrauen hat, dann weiß ich nicht", sagte der Bundestrainer im ZDF. Gislason schenkte Grgic nach einem besonders in der Offensive schwachen ersten Abschnitt das Vertrauen. Dieser zahlte es mit Leistung zurück. "Eine Riesenleistung", meinte der Isländer.
Dass Grgic ein außergewöhnlicher Spieler sein kann, daran hatte ohnehin kein Zweifel bestanden. In der Vorsaison der Handball-Bundesliga war er im Trikot des ThSV Eisenach mit 301 Treffern, fast neun pro Spiel (!), der beste Torschütze der gesamten Liga - noch vor Welthandballer Mathias Gidsel vom kommenden DHB-Gegner Dänemark. Auch in diesem Jahr hat Grgic, einer der Silber-Helden bei den Olympischen Spielen in Paris und mittlerweile im Trikot der SG Flensburg-Handewitt, nach 19 Spieltagen schon wieder 114 Tore auf dem Konto.
Während Torhüter Wolff die Norweger am Sonntagabend hinten mit 22 Paraden zur Verzweiflung brachte, belebte Grgic die lahmende Offensive. "Ich hatte heute auch das nötige Wurfglück aus schier eigentlich unmöglichen Wurfsituationen. Das hat mein Gemüt vielleicht ein bisschen gebraucht, und ja, ich freue mich sehr darüber", sagte er.
Beim Matchball-Spiel gegen Dänemark, gegen das Deutschland am Montag (20.30 Uhr/ARD) bereits vor Ende der zweiten Turnierphase das Halbfinale perfekt machen kann, sei es wichtig, dem gegnerischen Keeper nicht wie gegen Norwegen wieder "20 Bälle zu schenken", sagte Grgic: "Wir brauchen eine super Abwehr, natürlich in Verbindung mit einem guten Torwart, und dann am besten so wenig Fehlwürfe und Fehler vorne wie möglich."