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Kurioser Diebstahl aufgeklärt: "Die Schale ist ein Barren"
Zwei Monate nach dem Diebstahl der Meisterschale aus der Geschäftsstelle der Füchse Berlin hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen, die gestohlene Trophäe ist aber nicht wiederzuerkennen. "Die Täter sind gefasst", berichtete Geschäftsführer Bob Hanning bei Instagram und verkündete dann "die traurige Nachricht. Die Schale ist ein Barren." Man habe lediglich einen Silberbarren übergeben bekommen.
Zuvor hatten die Berliner Polizei und die Berliner Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag über den Ermittlungserfolg informiert. Demnach seien den Festnahmen der beiden Männer im Alter von 41 und 62 Jahren "intensive Ermittlungen" und Durchsuchungen vorausgegangen.
Bei den Durchsuchungen konnten nach Polizeiangaben "Gold im Wert eines niedrigen sechsstelligen Euro-Betrags, 15.000 Euro Bargeld, ein eingeschmolzener Sterling-Silberbarren, ein Schmelzofen und weitere Beweismittel im Umfang einer Lkw-Ladung aufgefunden und sichergestellt werden". Der 62-Jährige kam in Polizeigewahrsam und wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Der 41-Jährige wurde einer Haftrichterin vorgeführt, die den Haftbefehl in Vollzug setzte.
Laut Hanning war ein neues Überwachungssystem entscheidend für den Ermittlungserfolg. "Weil wir nach dem ersten Einbruch eine Kamera installiert haben mit Sprachregelung", erklärte er. Dadurch konnten der Kriminalpolizei Tonspuren und Informationen über geplante Vorgehensweisen der Täter übermittelt werden. Das LKA und alle mitzugehörigen Institutionen hätten "unfassbar gearbeitet", lobte Hanning. Der Dieb sei "ein absoluter Profi" gewesen, dessen Laufbahn nun wohl beendet sei. "Hätte er sich an der Schale nicht vergriffen, und hätte man ein bisschen weniger gesprochen, dann würde er weiter sein Unwesen treiben. Aber ihm ist das Handwerk gelegt - und das ganz sicher für ganz viele Jahre."
Wenige Monate nach dem historischen ersten Meistertitel der Füchse war die Schale Mitte November aus den Räumlichkeiten des Berliner Handballklubs gestohlen worden, nachdem bereits zuvor schon einmal in der Geschäftsstelle eingebrochen worden war. "Ich gehe nicht davon aus, dass die HBL in Zukunft Barren verteilen wird", sagte Hanning. Man werde daher dafür "sorgen müssen", eine neue Schale herzustellen.