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"Rakete" hebt ab: Handball hofft auf EM-Schub
Mehr Fans, mehr Show, mehr Reichweite - der deutsche Handball will den Hype durch die erfolgreiche EM der Nationalmannschaft für mehr Wachstum nutzen. "Handball ist tatsächlich nicht mehr auf der Abschussrampe, sondern jetzt verlässt die Rakete langsam die Basis", sagte Christian Seifert, Gründer und Gesellschafter von Dyn - der Streamingdienst hält umfangreiche TV-Rechte im Handball. Nach dem Silbercoup von Herning durch Andreas Wolff, Juri Knorr und Co. entscheide sich nun "die Zukunft des Handballs", die "Voraussetzungen waren nie besser".
Auch der Deutsche Handballbund (DHB) und die Bundesliga wollen den Boom des Turniers für ihre Zwecke nutzen. Dafür müsse man Spieler und Klubs aber vielleicht auch "zu ihrem Glück zwingen", sagte der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober in Hamburg, etwa bei der Frage, wie offen die Protagonisten für die Erstellung neuer Inhalte für die Medien seien. Genau darauf habe er die Klubs eingeschworen, sagte Liga-Chef Frank Bohmann: "Jetzt haben wir den Wind wirklich im Rücken". Doch "wenn wir die Segel nicht setzen", werde dieser auch "wieder auslaufen. Und das haben alle verstanden".
Laut Seifert erlebe der Handball gerade seinen "Poldi-Schweini-Moment", den der Fußball mit der Heim-WM 2006 hatte, die nächsten 18 Monate mit der Heim-WM im nächsten Jahr seien entscheidend. Der Handball müsse auf die "tägliche Agenda" der Medien und "Nachfrage zwischen den Spieltagen" erzeugen.