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Boll-Gastrolle in Hollywood-Hit: "Ein Ballwechsel und ein Satz"

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© IMAGO/SID/Sebastian Bach

Bollywood beinahe wortwörtlich: Tischtennis-Idol Timo Boll flimmert in Kürze als Hobby-Schauspieler im oscarverdächtigen Hollywood-Film "Marty Supreme" über die deutschen Kinoleinwände.

"Der Film ist ein bisschen verrückt", sagte Boll in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung rund vier Wochen vor dem Start des für neun Oscars nominierten Streifens in deutschen Filmpalästen (26. Februar): "Dafür, das alles mal gesehen und erlebt zu haben und im Abspann genannt zu werden, hat es sich schon gelohnt. Ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte."

Deutschlands erfolgreichstes Tischtennis-Ass stellt in dem fiktional in den 50er Jahren spielenden Streifen über den früheren US-Tischtennisstar Marty Reisman einen tschechischen Kontrahenten des Titelhelden dar. "Von den fünf Ballwechseln, die wir gedreht haben, kommt nur einer im Film vor. Ich sage auch einen kurzen Satz", beschrieb Boll den Umfang seines Auftritts.

Seinen Ausflug ins Filmgeschäft verdankt der 44-Jährige dem US-Regisseur Josh Safdie. Der Filmemacher sei "ein großer Tischtennisfan. Er wollte im Film Spieler haben, die ein bisschen spielen können, und weil er ein großer Fan von mir ist und privat den gleichen Schläger spielt wie ich, hat er mir eine kleine Rolle gegeben", beschrieb Boll die Hintergründe seines ungewöhnlichen Nebenjobs.

Für die Dreharbeiten reiste Boll in der vergangenen Saison während einer Spielpause auf seiner Abschiedstournee für 14 Tage nach New York. Am Set, berichtete der frühere Weltranglistenerste, "habe ich erstmal eine Woche lange nur geprobt. Wir mussten mit Sandpapierschlägern spielen, Originale wie in den 50er Jahren. Da musste ich meine Technik umstellen. Bevor gedreht wurde, habe ich Timothée Chalamet die Ballwechsel erstmal vorgespielt. Jeder Ballwechsel war gescriptet".

Trotz einer Anfrage der US-Schauspielergewerkschaft aufgrund "genug Bildschirmzeit für eine Aufnahme" hält Boll seine Gastrolle für ein einmaliges Erlebnis: "Ich glaube, in dieser Hinsicht ist der Zug für mich abgefahren. Das ist wie im Sport: Wenn Du nicht früh genug dabei bist und ohnehin nicht so talentiert bist. wird's schwer."

Zur Oscar-Verleihung am 15. März wird der Nebendarsteller nicht persönlich nach Los Angeles reisen, "aber ich werde richtig mitfiebern und Josh und Timothée und der ganzen Crew die Daumen drücken".

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