Wintersport Olympia
Eiskunstlauf: Malinin glänzt im Kurzprogramm
Eiskunstlaufstar Ilia Malinin hat mit einem eindrucksvollen Kurzprogramm seine Ambitionen auf die nächste Goldmedaille beim Olympia-Debüt unterstrichen. Der 21 Jahre alte Weltmeister aus den USA stellte am Dienstagabend in der Milano Ice Skating Arena die internationale Konkurrenz in den Schatten, mit 108,16 Punkten lag er deutlich vor dem Japaner Yuma Kagiyama (103,07) und dem Franzosen Adam Siao Him Fa (102,55) - und geht nun mit besten Chancen ins Kürfinale am Freitag. Bereits am Sonntag war Malinin mit der US-Auswahl im Mannschaftswettbewerb zu Gold gelaufen, es war seine erste Olympia-Medaille.
Der als "Vierfach-Gott" gefeierte Malinin ist einer der großen internationalen Stars dieser Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo, entsprechend groß waren auch die Erwartungen im Vorfeld. Am Dienstag kam er nun hervorragend in den Wettbewerb, viel besser auch als im Kurzprogramm mit dem Team, als er mit 98,00 Punkten noch deutlich unter den Erwartungen geblieben war. Zwar verzichtete Malinin erneut auf seinen berühmten vierfachen Axel, legte aber mit vierfachem Flip und dreifachem Axel sauber los, zeigte später erneut einen spektakulären Rückwärtssalto - und ließ wohl mit Bedacht noch Steigerungspotenzial für die Kür.
Für emotionale Momente sorgte auch Maxim Naumov, der US-Amerikaner widmete den Auftritt seinen vor knapp einem Jahr verstorbenen Eltern. Jewgenia Schischkowa und Vadim Naumov - Paarlauf-Weltmeister von 1994 - waren bei einem Flugzeugunglück nahe Washington D.C. ums Leben gekommen, der Vorfall mit insgesamt 67 Todesopfern sorgte weltweit für Schlagzeilen. "Ich habe das Gefühl, dass sie mich heute geführt haben", sagte Naumov: "Ich habe ihre Anwesenheit gespürt. Bei jedem Gleiten und jedem Schritt, den ich auf dem Eis gemacht habe." Letztlich zog er als 14. (85,65) ins Kürfinale ein.
Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) ist bei den Männern nicht vertreten. Die Medaillenhoffnungen ruhen im Paarlauf auf den Vize-Weltmeistern Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin aus Berlin. Erster Wettbewerb für das DEU-Team war bereits am Montag der Rhythmustanz der Eistänzer, die Oberstdorfer Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan belegten dabei den letzten Platz und verpassten die Kür.