Wintersport Olympia
Happy End nach "Boop-Gate": Kanadas Curler holen Gold
"Boop-Gate" überstanden, Gold gewonnen: Die von Betrugsvorwürfen begleiteten kanadischen Curler haben sich bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo zum Olympiasieger gekrönt. Der Rekordsieger um den in die Schlagzeilen geratenen Marc Kennedy setzte sich gegen Großbritannien mit 9:6 durch und gewann seine vierte Goldmedaille. Den letzten Erfolg hatten die Ahornblätter 2014 in Sotschi geholt - ebenfalls mit Skip Brad Jacobs.
Weltmeister Großbritannien muss sich derweil erneut geschlagen geben, die mehr als 100 Jahre andauernde Durststrecke hält an. Der letzte Olympiasieg Großbritanniens datiert von der Erstauflage 1924 in Chamonix. Das Finale von Peking vor vier Jahren hatte das Team um Skip Bruce Mouat gegen Schweden verloren.
Im hochklassigen Endspiel vor stimmungsvoller Kulisse machten sich beide Teams gegenseitig das Leben schwer, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Die Vorentscheidung fiel im vorletzten End: Jacobs, dessen Team mit Pfiffen empfangen wurde, drehte den 5:6-Rückstand auf ein 8:6 für das letzte End. In diesem versuchte sich Großbritannien noch in ein Extra-End zu retten, doch scheiterte.
Damit findet Kanada nach turbulenten Tagen ein Happy End. Third Kennedy hatte im Duell mit Olympiasieger Schweden einen Streit ausgelöst, als er seinem Gegner Oskar Eriksson ein herzhaftes "Verpiss Dich!" zurief. Die Skandinavier hatten den Kanadiern eine Doppelberührung und damit einen Regelverstoß vorgeworfen. Seither ist in Anlehnung an das englische Wort für stupsen oder antippen vom "Boop-Gate" die Rede. Kennedy falle es seither schwer noch vom "Gentlemen-Sport" zu sprechen. "Der Geist des Curlings ist tot", sagte er.
Die deutsche Auswahl um Skip Marc Muskatewitz hatte als Siebter der Vorrunde das als Ziel ausgegebene Halbfinale verpasst.