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Paralympics

Schwächeanfall auf Medaillenkurs: Drama um Marchand

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© IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/SID/Marcus Hartmann

Für Langläuferin Kathrin Marchand ist bei den Paralympischen Winterspielen der Traum von einer Medaille auf bittere Art und Weise geplatzt. Die frühere Ruderin lag im Rennen der stehenden Klasse über die Mitteldistanz lange Zeit auf Kurs Bronze, hatte nach fünf Kilometern bereits 23,3 Sekunden Vorsprung auf die Viertplatzierte. Doch dann erlitt sie nach ersten Informationen einen Schwächeanfall, musste sich an den Streckenrand setzen und gab das Rennen schließlich auf.

Auf den TV-Bildern war zu sehen, wie die deutsche Athletin - gestützt von jeweils einem italienischen und einem deutschen Betreuer - sichtlich wankend von der Loipe weggebracht wurde. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gab kurze Zeit später ebenso wie die Athletin selbst leichte Entwarnung. "Mir geht es okay", schrieb Marchand bei Instagram: "Das vorletzte Licht ist kurz ausgegangen. Die Bedingungen sind tief und schwierig, da wollte meine linke Seite nicht mehr mitmachen."

Marchand hatte vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitten, erst im Vorwinter stand sie erstmals auf Langlaufskiern. Mit einigen Podestplätzen im Weltcup qualifizierte sie sich im Eiltempo für die Spiele, wo sie bei ihrer Premiere im Sprint am Dienstag als Vierte um 1,9 Sekunden die Bronzemedaille verpasst hatte.

Die 35-Jährige war als Ruderin bereits zweimal bei Olympischen Spielen und einmal bei den Sommer-Paralympics am Start gewesen. Mit ihrer Teilnahme in Norditalien schrieb sie nun Geschichte und startete als erste Athletin auch noch bei Paralympischen Winterspielen. "Es ist schon schön, wenn man die erste Person ist, die das geschafft und einen solchen Rekord hat", hatte die Leverkusenerin dem SID vor den Spielen gesagt. Bei den Sommer-Paralympics 2024 hatten bei ihrem vierten Platz im Mixed-Vierer im Rudern lediglich sechs Hundertstel zu Edelmetall gefehlt.

Sebastian Marburger verpasste derweil gesundheitlich angeschlagen seine zweite Medaille innerhalb von 24 Stunden. Nach Silber im Sprint hielt der 28-Jährige über die 10 Kilometer klassisch nach gutem Beginn das Rennen nicht durch und musste vorzeitig aufgeben. Marburger war vor den Paralympics wegen eines Infekts der oberen Atemwege stark beeinträchtigt gewesen. Auch er musste am Mittwoch beim Verlassen der Strecke von zwei Betreuern gestützt werden.

Bester Deutscher in der stehenden Klasse wurde beim Sieg des Franzosen Karl Tabouret stattdessen Maximilian Weidner auf Platz elf. "Es ist richtig weich und tief, heute war alles schwierig", sagte der 36-Jährige vom WSV-DJK Rastbüchl.

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