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ARD-Doku zu Doping-Anschlägen: IOC-Mitglied Pound sieht Handlungsbedarf

  • Aktualisiert: 23.07.2021
  • 03:25 Uhr
  • SID
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© AFPSIDJUSTIN TALLIS
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Richard Pound sieht nach der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping: Schuldig" Handlungsbedarf im internationalen Sportrecht.

Tokio (SID) - Richard Pound, dienstältestes IOC-Mitglied und Gründungspräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), sieht nach der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping: Schuldig" Handlungsbedarf im internationalen Sportrecht. "Wenn die neuen Erkenntnisse wissenschaftlich belegbar sind, und davon gehe ich aus, dann müssen wir uns anpassen", sagte der Kanadier im Olympiastudio der ARD in Tokio.

Die Recherchen der ARD-Dopingredaktion hatten in der vergangenen Woche die Möglichkeit aufgezeigt, dass Sportlerinnen und Sportler auch unbemerkt durch eine Berührung dopingpositiv gemacht werden können. Für Pound (79), seit 1978 Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), "überraschend". Die WADA, sagte der Jurist, habe "nicht die Absicht, unschuldige Athleten zu bestrafen".

Allerdings warnte Pound vor voreiligen Schlüssen nach dem Experiment mit zwölf Probanden, deren Proben nach Hautkontakt vom renommierten Kölner Kontrolllabor ausgewertet worden waren und positive Ergebnisse brachten. "Das ist alles noch ganz neu. Zunächst mal müssen wir uns informieren. Lassen sie uns herausfinden, wie das neue Universum aussieht", sagte er.

Das Grundprinzip der Beweislastumkehr im Sportrecht, das die Verantwortung bei einem positiven Test den Athletinnen und Athleten überträgt, müsse überprüft werden, so Pound: "Wir brauchen alle Fakten und werden dann über zuverlässigere Alternativen nachdenken, mit denen wir auch die Möglichkeiten von Manipulationen vermeiden können."

Die WADA hatte die Ergebnisse der ARD-Recherche zurückhaltend kommentiert. Ihr sei die Möglichkeit "gut bekannt", betrachte die Art der Manipulation aber "als ein sehr seltenes Ereignis, basierend auf der geringen Anzahl solcher Fälle, die in der Vergangenheit aufgetreten sind". IOC-Präsident Thomas Bach sagte in Tokio, die Recherchen gäben "Anlass zur Sorge".


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