Wintersport Olympia
Athleten Deutschland fordern Reformen
Der unabhängige Verein Athleten Deutschland drängt nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina auf Reformen im deutschen Sport. "Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten", heißt es in einer Stellungnahme des Lobbyvereins am Sonntag.
Geschäftsführer Johannes Herber sagte: "Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten." Gleichzeitig müsse die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen. "Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben."
Das deutsche Team war in Italien mit 26 Medaillen (8xGold, 10xSilber, 8xBronze) unter den Erwartungen geblieben und im Medaillenspiegel nur auf Platz fünf gelandet. Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) warnte in ihrem Fazit jedoch bereits vor den bekannten Reflexen. "Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen", sagte die Politikerin.
Weiteren Reformbedarf sehen auch die Athleten Deutschland - und nannten Good Governance in den Verbänden und den Schutz der Sportlerinnen und Sportler "in starken Abhängigkeitsverhältnissen" als Kernthemen. Zunehmend, ergänzte der Verein, werde auch der Hass in den Sozialen Netzwerken zum Problem. "Hatespeech ist kein Randphänomen, sondern eine reale Belastung", sagte Herber und nannte die "Fürsorgepflicht" der Verbände. Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lobte er für den "KI-Filter gegen Beleidigungen und Drohungen".