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Gesetzentwurf: USA wollen WADA-Finanzierung aussetzen
Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo spitzt sich der Dauerstreit zwischen den Vereinigten Staaten und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weiter zu. Die USA, die bereits ihren Jahresbeitrag 2024 in Höhe von 3,6 Millionen Dollar zurückgehalten hatten, haben einen verschärfenden Gesetzesentwurf durch den Senat gebracht. Wird das Gesetz erwartungsgemäß ratifiziert, wäre die Wiederaufnahme der Zahlungen an eine separate Untersuchung geknüpft. sportschau.de berichtete zuerst darüber.
Das Gesetz soll zeitnah, nach letzter Zustimmung durch das Repräsentantenhaus, per Unterschrift von US-Präsident Donald Trump ratifiziert werden. Die USA sind der größte staatliche Geldgeber der WADA.
Die Auseinandersetzung zwischen der obersten Anti-Doping-Organisation und den USA, in denen die Fußball-WM im kommenden Sommer sowie die Olympischen Spiele 2028 und 2034 stattfinden, schwelt seit Jahren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte 2024 gar die Vergabe der Winterspiele 2034 an Salt Lake City an die Bedingung geknüpft, dass die USA die Autorität der WADA "vollständig respektieren".
Durch das Gesetz wollen sich nun die in einer Haushaltskrise befindlichen USA dazu ermächtigen, die Arbeit der WADA zu überwachen und die jährliche Zahlung daran zu knüpfen, dass die Organisation "im Einklang mit ihren Aufgaben arbeitet". Die WADA lehnt eine solche Prüfung kategorisch ab. "Wenn jede Regierung Bedingungen an ihre Beiträge zur WADA knüpfen würde, würde das zu Chaos führen", sagte ein Sprecher der ARD-Dopingredaktion.
Die USA und die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) hatten der WADA im Frühjahr 2024 nach einem publik gewordenen Dopingfall von 23 chinesischen Spitzenschwimmern Vertuschung vorgeworfen. Die Schwimmer waren trotz positiver Tests nicht gesperrt worden, Ursache der positiven Befunde sei eine Verunreinigung im Essen gewesen, rechtfertigte die WADA.