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IOC-Arbeitsgruppe will Vergabeprozess der Spiele verändern

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© AFP/SID/Daniel MUÑOZ

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) möchte offenbar den Vergabeprozess künftiger Spiele verändern - was auch Einfluss auf die deutsche Bewerbung um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 hätte. Wie Kolinda Grabar-Kitarovic, Vorsitzende der Future-Host-Commission, bei der 145. IOC-Vollversammlung in Mailand darlegte, solle der Prozess "transparenter" und für die Bewerber "kosteneffizienter" werden.

Beschlossen ist dies noch nicht. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte nach ihrem Amtsantritt im Juni 2025 unter dem Motto "Fit for the Future" mehrere Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, konkrete Maßnahmen sollen nach derzeitigem Stand im Juni beschlossen werden.

Dennoch hat die IOC-Kommission um Grabar-Kitarovic festgehalten, dass der unter Coventrys Vorgänger Thomas Bach eingeführte Prozess, bei dem die IOC-Exekutive der Vollversammlung einen einzigen zuvor als Favorit ausgemachten Kandidaten zur Abstimmung stellt, Schwächen aufweise. Die Bewertung solle künftig "auf transparenten, im Voraus veröffentlichten Kriterien basieren", sagte die ehemalige kroatische Staatspräsidentin Grabar-Kitarovic in ihrem Vortrag.

Die derzeitige Unterscheidung zwischen kontinuierlichem und zielgerichtetem Dialog könne "zu scharf" sein, so die Kroatin: "Daher schlagen wir die Einführung einer Übergangsphase vor. Diese Übergangsphase würde eine Shortlist von Interessenten mit fortgeschrittenen Projekten für eine eingehendere Bewertung ermöglichen."

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe "waren sich einig, dass die Beteiligung der IOC-Mitglieder am gesamten Wahlprozess der Austragungsorte der Olympischen Spiele ausgebaut werden sollte", so Grabar-Kitarovic.

Die Spiele sind bis einschließlich 2034 vergeben, die französischen Alpen (Winter/2030), Brisbane (Sommer/2032) und Salt Lake City (Winter/2034) waren für den zielgerichteten Dialog ("targeted dialogue") auserwählt worden und erhielten die Spiele jeweils mit großer Mehrheit durch die IOC-Vollversammlung zugesprochen. Zuvor war es oft zu Kampfabstimmungen zwischen mehreren Bewerbern gekommen, die es in eine Endauswahl geschafft hatten.

Die Anzahl der Bewerber für die nächsten zu vergebenden Ausgaben der Sommerspiele ist durch das IOC nicht bestätigt, immer wieder aber sprach Bach während seiner Präsidentschaft für die Edition 2036 von einer "zweistelligen" Zahl von Interessenten.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) - der im September entscheiden will, ob er mit Berlin, München, Hamburg oder Köln-Rhein-Ruhr ins Rennen um die nächsten drei zu vergebenden Sommerspiele geht - ist seit Ende 2025 mit dem IOC im kontinuierlichen Dialog ("continuous dialogue") und damit offizieller Bewerber.

Nach der IOC-Session am Mittwoch treten die Mitglieder der Arbeitsgruppen zu weiteren Beratungen zusammen. Eine beschäftigt sich auch mit der Zukunft des olympischen Sportprogramms. Diesbezüglich hatte Coventry am Dienstag "unbequeme" Diskussionen angekündigt, ohne konkret zu werden. Mehrere traditionelle Sportarten stehen auf dem Prüfstand, darunter die Nordische Kombination und der Moderne Fünfkampf. Spekuliert wird etwa, dass unter Coventry auch weniger klassische Wintersportarten wie Crosslauf oder Cyclocross ins Programm für Winterspiele rücken könnten.

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