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Wintersport Olympia

Ukrainer Heraskewytsch besorgt über Normalisierung des Krieges

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© Imago/Eibner-Pressefoto/SID/Memmler

Der ukrainische Fahnenträger Wladyslaw Heraskewytsch beobachtet die Rolle Russlands im Weltsport vor dem Start der Olympischen Winterspiele mit wachsender Sorge. "Es ist wirklich traurig", sagte der Skeleton-Pilot der Süddeutschen Zeitung: "Ich habe das Gefühl, dass das IOC und vor allem kleinere Verbände sich immer mehr dem Druck der russischen Seite beugen, dass es nicht um Kriterien oder die Sache geht, sondern nur darum, diese Länder und ihre Athleten zurückzubringen."

Russland ist als Nation wegen des nun vier Jahre währenden Angriffskrieges gegen die Ukraine von den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) ausgeschlossen. Allerdings dürfen 12 russische und sieben belarussische Athletinnen und Athleten als "neutrale" Sportlerinnen und Sportler antreten.

Dies gehe einher mit einer Normalisierung des Krieges, meinte Heraskewytsch. Er spüre, "dass die Aufmerksamkeit für die Ukraine in den Hintergrund rückt. Vor vier Jahren drehten sich alle Nachrichten um unseren Krieg, jetzt ist es oft kein großes Thema mehr", sagte er: "Aber das Ausmaß wächst mit jedem Tag, allein mit den Drohnenattacken auf die Zivilbevölkerung. Und trotzdem wächst der russische Einfluss auch in anderen Bereichen wieder, in der Kultur und natürlich in vielen politischen Debatten. So nehme ich es zumindest wahr."

Heraskewytsch, der die Menschen in seiner Heimat über eine Stiftung mit Hilfsgütern versorgt, hatte im Rahmen des Skeleton-Wettkampfs bei den Winterspielen 2022 für Aufsehen gesorgt. Er hielt ein Schild mit der Aufschrift "No War in Ukraine" in die Kameras, damit wies Heraskewytsch auf den Truppenaufbau Russlands an der ukrainischen Grenze hin. Der russische Überfall auf die Ukraine erfolgte vier Tage nach der Schlussfeier der Spiele von Peking.

Im Vorfeld der Spiele in Norditalien habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) nun ukrainische Funktionäre kontaktiert, um politische Botschaften zu thematisieren, die offiziell während Zeremonien, Wettkämpfen und im Olympischen Dorf nicht erwünscht sind. "Ich will zu den Details nichts Näheres sagen", sagte Heraskewytsch über diese Gespräche: "Wir werden die IOC-Regeln nicht verletzen – zumindest in der Form, in der wir sie verstehen. Aber wir werden sicherstellen, dass die Welt davon erfährt, was in der Ukraine geschieht."

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