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Federer: "Niederlagen gehören zum Tennis"

  • Aktualisiert: 05.12.2013
  • 15:13 Uhr
  • ran.de / tennis.de
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© SID-AFPPETER PARKS
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Es war eine durchweg enttäuschende Saison für Roger Federer. Der ehemalige Weltranglisten-Erste und 17-malige Grand-Slam-Turniersieger konnte im Jahr 2013 nur ein ATP-Turnier gewinnen und blieb auch sonst weit hinter den Erwartungen zurück. Jetzt hat sich Federer zum ersten Mal selbst zur zurückliegenden Saison geäußert.

Zürich - Es war ein Jahr zum Vergessen für Roger Federer. Der ehemalige Weltranglisten-Erste hatte in der Saison 2013 mit einer hartnäckigen Rückenverletzung zu kämpfen und konnte zu keinem Zeitpunkt sein wahres Leistungsvermögen abrufen. Die Folge: Der 17-malige Grand-Slam-Turniersieger gewann 2013 nur ein einziges Turnier - und zwar auf Rasen in Halle. 

In seinem "Wohnzimmer" in Wimbledon schied Federer in diesem Jahr sogar schon in der zweiten Runde gegen den eher unbekannten Sergej Stachowski aus. Eine dicke Überraschung, hatte der 32-Jährige doch zuvor bei 36 Grand-Slam-Turnieren in Folge mindestens das Viertelfinale erreicht. Kein Wunder, dass es für den Schweizer entsprechend viel Kritik hagelte.

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Jetzt spricht Federer

Nachdem er sich in der Öffentlichkeit lange Zeit nicht zu seinem enttäuschend Jahr äußerte, gab Federer seinem Sponsor "Credit Suisse" nun ein sehr offenes und ausführliches Interview.

Im Gespräch mit "Credit Suisse" spricht der Schweizer unter anderem über ...

... sein völlig verkorkstes Jahr 2013: "Es war ein sehr schwieriges Jahr. Es begann zwar in Australien mit dem Halbfinal gut und ging gut zu Ende. Doch die Monate März bis Oktober waren eher zum Vergessen, trotz des Viertelfinals in Roland Garros und des Sieges in Halle.

Im März begannen die Rückenprobleme in Indian Wells, dort hätte ich nach dem Spiel gegen Ivan Dodig gar nicht weiterspielen sollen, die Partien gegen Stanislas Wawrinka und Rafael Nadal waren zu viel.

Danach geriet ich in einen Trainingsrückstand, den ich nicht mehr aufholen konnte, weil die Rückenprobleme bald wieder zurückkamen. Auch im Sommer hätte ich in Hamburg und Gstaad besser aufgegeben. Diese Probleme haben mich viel Zeit gekostet und aus der Spur geworfen."

... sein Zweitrunden-Aus in Wimbledon: "Natürlich zählt diese Niederlage zu den grössten Enttäuschungen meiner Saison. Ich war mit der Überzeugung nach Wimbledon gekommen, dass ich das Turnier zum achten Mal gewinnen konnte. Aber ganz überrascht war ich nicht. Denn ich hatte schon in Paris nicht wirklich gut gespielt. Wimbledon wurde dann zum Beginn der grösseren Probleme."

... seine persönliche Enttäuschung, 2013 gegen viele unbekannte Spieler verloren zu haben: "Niederlagen gehören zum Tennis. Entscheidend ist, wie man darauf reagiert. Wichtig ist für mich auch, dass ich mir gegenüber ehrlich bin. Ich bin einer, der oft alles hinterfrägt, das habe ich auch getan, als es mir am besten lief. Deshalb trifft mich auch die Kritik nicht gross, die ich für ungerechtfertigt halte."

... seine Ziele für das Tennis-Jahr 2014: "Ich sehe keinen Grund, weshalb ich 2014 nicht wieder besser spielen und große Siege erringen sollte. Ich habe weiterhin große Ziele, denn das Tennis habe ich sicher nicht verlernt, immerhin war ich im Herbst 2012 noch die Nummer eins. Und am Ende dieser Saison, als es dem Rücken besser ging, wurden auch meine Resultate besser.

Ich erreichte den Final in Basel und die Halbfinals in Paris-Bercy und an den World Tour Finals und schlug Top-10-Spieler, ohne mein bestes Tennis zu spielen. Wenn der Aufschlag oder die Vorhand etwas solider gewesen wären, könnten die Resultate noch viel besser sein.

Ich möchte wieder etwa fünf Turniere gewinnen und grosse Endspiele bestreiten, das macht am meisten Spass. Das Ranking interessiert mich weniger, wenn es nicht um Rang 1 geht. Aber es wäre schön, in den Top 4 oder Top 8 zu stehen, um gut gesetzt zu sein."

... die Aussage von Novak Djokovic, dass er im Vergleich zu früher ein wenig langsamer geworden sei und sich nicht mehr so gut bewege wie noch vor ein paar Jahren: "Es stimmt schon, was er sagt. Es wäre aber auch komisch, wenn ich mich wunderbar und optimal bewegen würde nach einem Jahr, in dem ich nicht genug trainieren konnte und zwischendurch auch ziemlich viel von meinem Selbstvertrauen verlor.

Ich fühle mich auch nicht mehr so schnell wie in meinen besten Jahren. Und trotzdem halte ich gegen die besten noch immer mit. Das stimmt mich positiv. Ich habe während Monaten mit der Angst vor Rückenschmerzen gespielt und mir dabei Sachen angewöhnt, die falsch sind.

Ich orientierte mich auf dem Platz nach hinten statt nach vorne, verlor meine übliche Aggressivität. So wurde ich irgendwie zu einem anderen Spieler. Nun braucht es Zeit, bis ich das alles wieder aus meinem System entfernen kann.

... die Leistungen von Rafael Nadal und Djokovic in dieser Saison: "Die beiden haben monströse Leistungen erzielt in diesem Jahr und sind klar besser als die anderen. Ich denke, Nadal ist die richtige Nummer eins, weil er zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hat. Ich bin gespannt, wie die beiden nächstes Jahr in die Saison starten werden, sie sind ganz klar die Gejagten."

Das komplette Interview mit Roger Federer findest du hier.


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