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Haas: "Meine Schulter ist eine tickende Zeitbombe"

  • Aktualisiert: 16.04.2014
  • 17:16 Uhr
  • ran.de / tennis.de / Tobias Gonscherowski
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© Getty
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Tommy Haas ist der letzte deutsche Spieler in Indian Wells. Und dort für den Senior des deutschen Tennis noch lange nicht Schluss sein. Im Exklusiv-Interview spricht der 35-Jährige über seine Gesundheit und verspricht seinen Start im Davis-Cup-Duell mit Frankreich.

ran.de & tennis.de: Glückwunsch Tommy Haas, zum Einzug in die 2. Runde in Indian Wells. Wie bewerten Sie Ihren Auftaktsieg gegen den Franzosen Jeremy Chardy?

Tommy Haas: Ich habe ein gutes, solides Match gespielt. Ich habe wenige unforced Errors gemacht und bei den Big Points gut gespielt.

ran.de & tennis.de:Wie steht es nach Ihrer verletzungsbedingten Aufgabe in der Vorwoche in Sao Paulo um Ihre Fitness? Wie groß sind die Probleme mit Ihrer Schulter? 

Haas: Ich versuche alles, um fit zu sein und die Schulter unter Kontrolle zu haben. Ich bin noch nicht da, wo ich sein will. Aber mit Medikamenten und dem Adrenalin während eines Matches geht es. Es gab jetzt keine Verschlechterung.

ran.de & tennis.de: Wie gehen Sie mit der Situation um?

Haas: Ich mache mir immer Sorgen um meine Schulter. Sie ist eine tickende Zeitbombe. Ich mache auch keinen Kernspin mehr, weil ich gar keine schlechten Nachrichten hören will. Vielleicht brauche ich mehr Spritzen. Das habe ich nach den Australian Open in Deutschland gemacht. Ich spiele lieber durch, als wieder ein paar Wochen auszusetzen. Das habe ich über all die Jahre schon genug gemacht. Ich spiele, so lange es geht, ansonsten stoppe ich eben die Matches wie in der letzten Woche. Mich nervt es auch, wenn es wieder zwickt. Aufgeben macht mir auch keinen Spaß. Auf der anderen Seite habe ich jetzt in der letzten Woche viel für die Schulter gemacht. Ich bin gut versorgt. Bis jetzt hat es gehalten.

ran.de & tennis.de: Aber das kann keine befriedigende Situation für Sie sein?

Haas: Ich tue alles, was ich kann. Mein Physio Carlos Costa gibt sein Bestes. Ich kenne inzwischen weltweit genug Ärzte, denen ich Input geben konnte. Ich habe eine Schulter, die schon sehr viel durchgemacht hat. Darüber brauchen wir nicht lange zu reden. Die Operation ist nun schon länger her. Seit Ende des letzten Jahres, Anfang diesen Jahres zwickt es wieder etwas mehr. Ich kann es leider nicht ändern. Ich spiele seit 32 Jahren Tennis, ich wundere mich nicht. Ich muss schlau sein und versuchen, den besten Weg zu finden, mit dem ich die Matches spiele. Ich muss es ausblenden.

ran.de & tennis.de: Wie sehr beeinträchtigt die lädierte Schulter Ihr Spiel?

Haas: Sie behindert mich beim Aufschlag und bei der Vorhand, wenn ich einen Winner schlagen will. Voltaren hilft etwas gegen die Schmerzen, aber wenn man das zehn Tage in sich reinhämmert, ist es auch nicht gut für den Magen oder die Leber. Es gibt ja noch ein Leben nach dem Tennis. Letztendlich macht man das, wenn man Profi ist. Man versucht, sich einigermaßen wohl zu fühlen und sein bestes Tennis zu spielen.

ran.de & tennis.de: Und wenn die Verletzung schlimmer wird?

Haas:Jeder weiß, wenn wieder etwas reißt, ist meine Karriere vorbei. Ich werde dann nicht mehr wieder sechs Monate aussetzen und wieder zurückkommen. Deswegen zögere ich das alles ja etwas heraus, mache keinen Kernspin, um wie gesagt keine schlechten Nachrichten zu bekommen. Um ehrlich zu sein, kenne ich meinen Körper aber ganz gut und glaube nicht, dass eine Operation nötig ist. Trotzdem darf ich auch nicht zu viel machen. Ich möchte diese Saison noch gerne voll spielen. 

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Indian Wells: Radwanska zu stark für Beck

Tennis-Nachwuchshoffnung Annika Beck ist in der dritten Runde des WTA-Turnier in Indian Wells ausgeschieden. Die 20-Jährige war gegen Agnieszka Radwanska chancenlos.

  • 10.03.2014
  • 09:16 Uhr

ran.de & tennis.de: Was kommt nach 2014?

Haas: Tennismäßig habe ich über 2014 hinaus noch keine Pläne.

ran.de & tennis.de: Im April tritt Deutschland im Davis Cup in der 2. Runde in Frankreich an. Nach dem Sieg gegen Spanien kam es zum großen Ärger, als Deutschland am letzten Tag ein Einzel kampflos abgeben musste und die Fans in Frankfurt die Mannschaft auspfiffen. Wie bewerten Sie die Situation mit dem Abstand einiger Wochen?

Haas: Ich weiß letztendlich nicht, warum es so viel Ärger gab. Ich glaube, jeder normale Tennisfan kann die Situation nachvollziehen. Mein Gott, vielleicht hätte man es ein bisschen anders machen können. Ich denke nach wie vor: Deutschland hat gegen Spanien gewonnen. Das sollte im Vordergrund stehen. Jetzt sollten sie uns in Frankreich unterstützen. In Frankreich spielen wir in der Nähe der deutschen Grenze. Alles andere ist zweitrangig. Aber die Medien hatten stattdessen wieder viele Möglichkeiten, darüber zu diskutieren.

ran.de & tennis.de: Konnten Sie die Kritik nicht nachvollziehen?

Haas: Ich kann die ganze ITF-Regel nicht verstehen. Wir haben einen Andre Begemann und viele Spieler, die rausgehen wollten. Letztendlich hätte der eine oder andere sagen müssen, dass der, der nominiert worden ist, spielen soll oder selbst rausgehen und es sagen soll. Aber es ist vorbei. Wir sind ein Team und versuchen uns für das Spiel gegen Frankreich stark zu machen.

ran.de & tennis.de: Halten Sie eine Aussprache innerhalb des Teams für notwendig?

Haas: So einen Quatsch brauchen wir nicht. Wir sind Profis, wir konzentrieren uns hier (in Indian Wells, die Red.) auf unsere Einzel und versuchen, gutes Tennis zu spielen und fit zu sein für Frankreich. Alles andere zählt nicht.

ran.de & tennis.de: Werden Sie in Frankreich zum Team gehören?

Haas: Ich bin dabei.

Den Davis Cup übertragen SAT.1 Gold, ran.de und tennis.de vom 04. bis 06. April exklusiv und live - Hier zu den Infos.


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