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"Ganz oder gar nicht": Lahme will mit Potsdam zurück nach oben
Allzu lange hatte es dann doch nicht gedauert, bis der Funken bei Susanne Lahme wieder übergesprungen war. "Ich hätte nicht gedacht, wie schnell mich dieser Sport wieder emotional packt", erzählte die ehemalige deutsche Star-Volleyballerin im Gespräch mit dem SID. Eigentlich hatte die heute 57-Jährige ihrem Sport nach dem Ende ihrer aktiven Karriere 2007 den Rücken zugewandt. Jetzt aber ist sie zurück - und das Feuer brennt auch in anderer Rolle noch.
Mit den Volleyballerinnen des SC Potsdam möchte die ehemalige Erfolgsspielerin nach der überraschenden Rückgabe deren Erstliga-Lizenz vor Saisonbeginn wieder zurück in die Bundesliga - diesen Weg begleitet Lahme seit Dezember als Sportdirektorin. Auch außerhalb des Feldes hat die zweimalige Volleyballerin des Jahres schnell ihren Ehrgeiz wiedergefunden.
"Ich bin jemand, der Dinge ganz oder gar nicht macht - das war im Sport so und ist es auch in meiner neuen Rolle", sagte Lahme. 70 Prozent verbringe sie gerade wieder mit ihrer alten Herzenssportart, der sie zuvor bereits etwa drei Jahrzehnte ihres Lebens gewidmet hatte.
In den 80er und 90er Jahren gehörte Lahme zu Deutschlands Besten im Volleyball. Insgesamt 263 Spiele absolvierte sie für die Hallen-Nationalmannschaft, krönte sich 1987 zur Europameisterin und kämpfte bei drei Sommerspielen um olympische Medaillen. Es folgte der Schritt in den Sand, ähnlich erfolgreich - 2004 ging ihre olympische Reise in Athen weiter, diesmal im Duo.
Klar, dass die Ziele der so erfolgsverwöhnten Ex-Athletin auch beim tief gefallenen Vizemeister von 2022 und 2023 groß sind. Denn das Potsdamer Beben im vergangenen Herbst erschütterte auch Lahme, die durch die Volleyballanfänge ihres Sohnes in Potsdam erste Berührungspunkte mit dem Verein hatte. Dieser "Eklat" habe etwas in ihr bewegt, sagte sie, sie könne sehr gut nachvollziehen, was es bedeutet, kurz vor Saisonstart ohne Verein dazustehen.
Das Kapitel Bundesliga ist zumindest auf unbestimmte Zeit erstmal Geschichte in Potsdam, die beste Mannschaft spielt nun in der 2. Bundesliga Nord. Im September wurde der Lizenzantrag für das Erstligateam zurückgezogen, zwei Aufstiege bräuchte es nun für eine Rückkehr in die nationale Spitzenklasse, der Weg dahin ist allerdings weit. An Lahmes Zielen ändert dies nichts - langfristig soll der Klub "wieder eine führende Rolle im deutschen Volleyball" spielen, erklärte sie selbstbewusst, das Team wolle sie "Schritt für Schritt leistungsfähig machen" und dabei vor allem auf starke Nachwuchsarbeit setzen.
Dafür will Lahme, die das Amt auf ehrenamtlicher Basis ausübt, Vollgas geben. Zwar sei ihre neue Aufgabe eine, "die Geduld braucht. Aber sie erfüllt mich sehr", erklärte sie: "Volleyball ist und bleibt mein Sport."