Schlechte Luft in Melbourne - Bildquelle: AFPSIDSchlechte Luft in Melbourne © AFPSID

Melbourne - "Happy Slam" ist der Spitzname der Australian Open - doch "happy" Spieler und Spielerinnen sind kurz vor dem Start des ersten Grand Slams des Jahres nicht zu sehen, stattdessen skandalöse Szenen.

Denn trotz der durch die Buschbrände äußerst schwierigen Bedingungen wurde mit der Qualifikation für das Hauptfeld begonnen - mit teils verheerenden Folgen.

Zuschauer tragen Atemmasken

Die Spielerinnen bekamen aufgrund der Luftqualität in Melbourne schlecht Luft, Profis, Ballkinder und Fans husteten ungewöhnlich häufig. Einige Zuschauer hatten sogar Atemschutzmasken aufgezogen.

So musste Davila Jakupovic ihr Match gegen die Schweizerin Stefanie Vögele beim Stand von 6:4, 5:6 aufgeben. Zuvor war die Slowenin nach einem starken Hustenanfall auf die Knie gesunken.

Lächerlichkeit am Rande: Obwohl Jakupovic sichtlich mit dem Husten zu kämpfen hatte, wurde ihr vom Stuhlschiedsrichter eine Verwarnung wegen Zeitverzögerung aufgebrummt. 

"Ich bin wütend und traurig. Ich denke, es war nicht fair, denn es war nicht gesund für uns. Ich dachte nicht, dass wir heute nicht spielen würden. Aber wir hatten keine große Wahl. Wenn wir nicht auf den Court gehen, werden wir vielleicht bestraft", sagte Jakupovic.

200 Mal Fehlalarm wegen Rauchmeldern

Die Luftqualität in Melbourne ist derzeit so schlecht, dass die Bürger aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben. "Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, lassen Sie ihre Haustiere drinnen", schrieb die Stadt bei Twitter.

Nach der Unterbrechung des Trainings gaben die Organisatoren des Turniers bekannt, dass die Bedingungen besser geworden seien und ständig kontrolliert würden. Das australische "Bureau of Meteorology" teilte mit, dass noch bis Mittwochnachmittag viel Rauch über Melbourne liegen werde.

In der Nacht auf Dienstag gab es in Melbourne 200 Mal Fehlalarm für die Feuerwehr, weil Rauchmelder wegen des Smogs Alarm auslösten.

Australien Open "erwarten keine Verzögern"

Die Luxemburgerin Mandy Minella, Nummer 140 der Welt, hat kein Verständnis für die Austragung der Matches. "Ich bin schockiert, dass die Qualifikation bei den Australian Open begonnen hat. Was ist mit der Gesundheit der Leute, die da draußen arbeiten müssen?", twitterte Minella. Das gelte besonders für die Balljungen und -mädchen.

Bei den schweren Buschfeuern sind seit Ende September mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Eine Verschiebung der Australian Open haben die Organisatoren bislang ausgeschlossen.

"Wir erwarten keine Verzögerungen, und wir haben zusätzliche Maßnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die Australian Open wie geplant ablaufen können", hatte Tennis-Australia-Chef Craig Tiley zuletzt gesagt.

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