College-Football begeistert Millionen Fans und wird ab dem 31. August auch a... - Bildquelle: imago/UPI PhotoCollege-Football begeistert Millionen Fans und wird ab dem 31. August auch auf ProSieben MAXX und ran.de übertragen © imago/UPI Photo

Warum vergeben Universitäten Sport-Stipendien?

Die amerikanischen Universitäten stehen in einer engen Konkurrenz zueinander. Da der College-Sport in den USA sehr populär ist, zigtausend Menschen in die Stadien und Millionen Fans vor den Fernseher lockt, sind die Sportprogramme ein wichtiges Marketinginstrument für die Colleges. Zudem lässt sich damit viel Geld verdienen.

Die Universitäten stellen hauptberufliche Trainer ein, die eine bestimmte Anzahl an Stipendien für talentierte Athleten vergeben können.

Die Stipendien decken Studiengebühren, Unterkunft, Verpflegung sowie Unterrichts- und Sportmaterialien ab. Im Regelfall können die Athleten bis zum Abschluss ihres Bachelors vier Jahre am Ligabetrieb der NCAA teilnehmen.

Welche Etappen durchläuft ein College-Sportler?

Die Athleten beginnen als Freshman, werden im zweiten Jahr zum Sophomore, im dritten Jahr zum Junior und im vierten Jahr zum Senior. Schafft es ein Spieler nicht in den endgültigen Kader, gilt er als Redshirt.

Das bedeutet: Er darf am Trainingsbetrieb teilnehmen, das Jahr wird allerdings nicht angerechnet, und der Athlet darf ein fünftes Jahr dranhängen. Seit 2018 darf ein Spieler trotz Redshirt an bis zu vier Spielen teilnehmen. Ein Sportler kann sich auch aus Verletzungsgründen ein Redshirt anrechnen lassen

Die Athleten dürfen bereits vor Ablauf der vier Jahre in den Profisport wechseln. Der Nachteil ist allerdings, dass die jungen Sportler meist noch keinen akademischen Abschluss haben. Möchten sie diesen später nachholen, müssen sie das Studium selbst finanzieren. Auf ihr altes Stipendium können sie dann nicht mehr zurückgreifen.

Wie viel Geld wird im College-Sport verdient?

Bezogen auf die Spieler, lässt sich diese Frage sehr einfach beantworten: gar keins. College-Athleten sind Amateure und dürfen kein Geld annehmen. Verstöße hier gegen ahndet die College-Sportvereinigung NCAA mit Sperren oder Ausschlüssen.

Anders verhält es sich bei den Trainern, die oft Millionen-Gehälter kassieren. In der Saison 2018 war Nick Saban, Head Coach von Alabama Crimson Tide, mit einem Jahresgehalt von rund 8,3 Millionen US-Dollar der bestverdienende Trainer.

Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn Trainer aus der NFL wieder an das College zurückkehren. Saban trainierte von 2005 bis 2006 die Miami Dolphins. Und Jim Harbaugh, der von 2011 bis 2014 Head Coach der San Francisco 49ers war, ist seit 2015 Cheftrainer der Michigan Wolverines.

Können die Spieler das College-Team wechseln?

Das ist generell möglich und wurde im Jahre 2018 durch das sogenannte "Notification-of-Transfer-Model" vereinfacht. Waren die Spieler zuvor auf die Erlaubnis ihrer Universitäten angewiesen, das College verlassen zu können, so haben sie nun das Recht, sich in die "National Transfer Database" eintragen zu lassen. Die Spieler können dann von anderen Universitäten kontaktiert werden und zum Beispiel ein Stipendienangebot erhalten.

Das ist allerdings nicht frei von Risiken: Sobald der Spieler in der Datenbank steht, darf seine bisherige Universität das Stipendium neu vergeben. Im schlechtesten Fall also findet der Spieler kein neues College, und das alte Stipendium ist ebenfalls futsch.

Welche Ligen gibt es im College-System?

Die NCAA teilt die Universitäten den College-Divisionen I, II und III zu. Lediglich Colleges der ersten beiden Einstufungen dürfen Sport-Stipendien vergeben. Normalerweise gehören große Universitäten der Division I an, während kleine Universitäten in der Division II oder III zu finden sind.

Die Division I ist erneut unterteilt in die Division I Football Bowl Subdivision (kurz: FBS) und die Division I Football Championship Subdivision (FCS). Die FBS gilt als die höchste amerikanische College-Football-Spielklasse.

Diese wird erneut unterteilt in zehn unterschiedliche Conferences. Hinzu kommen die FBS Independents, wie die Notre Dame Fighting Irish, die keiner der zehn Conferences angehören, aber hauptsächlich innerhalb der Conference Spiele austragen. Bei Notre Dame sind es fünf Spiele gegen ACC-Teams.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen die fünf großen Conferences, auch bekannt als die "Power Five". Das wären:

Atlantic Coast Conference (ACC): unter anderem mit Clemson Tigers, Florida State Seminoles, Louisville Cardinals und North Carolina Tar Heels

Big 12 Conference: unter anderem mit Texas Tech Red Raiders, Texas Longhorns, Oklahoma State Cowboys und Oklahoma Sooners

Big Ten Conference: unter anderem mit Michigan Wolverines, Iowa Hawkeyes, Penn State Nittany Lions und Ohio State Buckeyes

Pacific-12 Conference (PAC 12): unter anderem mit Arizona Wildcats, Oregon Ducks, UCLA Bruins und USC Trojans

Southeastern Conference (SEC): unter anderem mit Alabama Crimson Tide, Tennessee Volunteers, Georgia Bulldogs und Ole Miss Rebels

Wie gestalten sich die Spielpläne?

Die Hochschulen machen die Spiele untereinander aus. Die FBS gibt allerdings vor, dass eine bestimmte Anzahl an Spielen innerhalb der eigenen Conference ausgetragen werden muss. Beispiel PAC 12: Hier sind neun Spiele innerhalb der Division auszutragen.

Eine reguläre Saison im College beinhaltet allerdings zwölf Spiele zuzüglich der Bye Week. Die Teams der PAC 12 haben also noch drei Spiele offen. Hier können sie dann auf Teams anderer Divisionen treffen. Bei der Auswahl sind die Universitäten relativ frei. Manche bevorzugen starke Gegner, um viel Aufmerksamkeit von Medien und Fans zu erlangen, andere möchten sich gegen einen leichteren Gegner Selbstvertrauen holen.   

Welche Teams qualifizieren sich für die Playoffs?

Bei den unterschiedlichen Conferences, der verschiedenen Anzahlen an Teams und den völlig unterschiedlichen Spielplänen ist es nicht ganz einfach, am Ende die Playoff-Teams zu bestimmen. Früher wurde das anhand von Computer Rankings und Umfragen unter Sportjournalisten sowie Trainern festgelegt.

Heute wählt ein 13-köpfiges Gremium - bestehend aus ehemaligen Spielern, Trainern und Uni-Sportpräsidenten - die besten vier Teams aus, die die beiden Halbfinalspiele bestreiten. Als Halbfinale dienen in Rotation zwei der sechs ältesten und traditionsreichsten Bowl-Games im College-Sport: der Rose Bowl, der Sugar Bowl, der Orange Bowl, der Cotton Bowl, der Fiesta Bowl und der Peach Bowl.

Insgesamt gibt es im College-Football 40 Bowl-Spiele. All die Partien, die nicht als Halbfinale der FBS-Meisterschaft dienen, sind einfach nur prestigeträchtige Freundschaftsspiele, die allerdings viel Aufmerksamkeit generieren und daher für die Universitäten sehr lukrativ sind. Im Regelfall sollte ein Team fünf Spiele oder mehr gewonnen haben, um eine Einladung zu einem Bowl-Spiel zu bekommen.

Oliver Jensen

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