Justin Jefferson von den LSU Tigers fing im Halbfinale um die College-Meiste... - Bildquelle: imago images/ZUMA PressJustin Jefferson von den LSU Tigers fing im Halbfinale um die College-Meisterschaft vier Touchdowns in einer Halbzeit © imago images/ZUMA Press

Baton Rouge/München - Es war das Spiel seines noch so jungen Sportler-Lebens. Justin Jefferson von den LSU Tigers fing im Halbfinale um die College-Meisterschaft gegen die Oklahoma Sooners gleich vier Touchdown-Pässe – und zwar alleine in der ersten Hälfte. Nie zuvor war dies einem Spieler in den College-Playoffs gelungen.

Auch im Finale um die College-Meisterschaft gegen die Clemson Tigers (in der Nacht von Montag auf Dienstag ab 1:40 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) dürfte Jefferson eine der liebsten Anspielstationen von Quarterback Joe Burrow sein. 

 

Bessere Statistiken als Odell Beckham Jr.

Die Leistungskurve des 1,91 Meter großen Passempfängers zeigte in den vergangenen beiden Jahren steil nach oben. Hatte er in der Saison 2017 lediglich zwei Kurzeinsätze, so war er 2018 mit 875 Receiving-Yards bereits ein Schlüsselspieler.

In der laufenden Spielzeit ist er mit 1434 Receiving-Yards und 18 Touchdowns der zweiteffektivste Passempfänger hinter Positionskollege Ja'Marr Chase.

Um das einmal richtig einzuordnen: NFL-Superstar Odell Beckham Jr., der ebenfalls einst für LSU spielte, hatte in seiner letzten College-Saison 1152 Receiving-Yards und acht Touchdowns vorzuweisen, Jarvis Landry 1193 Yards und zehn Touchdowns.    

2020 dürfte der Weg von Jefferson in die NFL führen. Viele Experten, zum Beispiel von "CBS", stufen ihn im Mockdraft als späten Erstrunden-Kandidaten ein. Seine Stärken: Er ist ein guter und vor allem schneller Routenläufer, verfügt über eine gute Athletik sowie Körperbeherrschung und ist vor allem sehr fangsicher.

Mindestens genauso wichtig: Jefferson bringt die richtige Mentalität mit. Er ist niemand, der sich auf den Vorschusslorbeeren ausruht. Kaum war das phänomenale Halbfinale mit seinen vier Touchdowns vorüber, blickte er bereits nach vorne: "Wir sind noch nicht fertig. Wir haben noch ein Spiel vor uns und einiges vor. Wir werden in den nächsten zwei Wochen hart arbeiten, damit wir in der Lage sein werden, auch dieses Spiel zu dominieren."

Der dritte Jefferson-Bruder an der LSU

Für Justin Jefferson war es immer ein Herzenswunsch, an die Louisiana State University zu gehen – genauso wie seine beiden älteren Brüder. Rickey Jefferson spielte von 2013 bis 2018 als Safety für LSU, Jordan Jefferson von 2008 bis 2011 als Quarterback. 

Jordan hatte auch sein Glück in der NFL versucht, wurde 2012 zwar nicht gedraftet, ergatterte aber nach einem Tryout einen Vertrag bei den Tampa Bay Buccaneers. Der Traum von der NFL währte allerdings lediglich vier Tage. Dann erfolgte die Entlassung.

Kurze Zeit später geriet sein Name wegen Drogenmissbrauchs in Verruf. Jordan wurde angeklagt, weil er gemeinsam mit anderen ehemaligen Spielern von LSU, unter anderem dem heutigen NFL-Star Tyrann Mathieu, Marihuana konsumiert haben soll. 

Letztendlich konnte sich der Passgeber nirgendwo etablieren - nicht in der Canadian Football League, nicht in der Arena Football League und auch nicht in der mittlerweile nicht mehr existierenden Fall Experimental Football League.

Das Karriereende war die Folge.

Wide Receiver Nummer 308 - der lange unterschätzte Passempfänger

Es besteht kein Zweifel daran, dass Justin Jefferson das größte Talent in der Familie hat. Doch auch er musste sich oftmals durchkämpfen. Lange war er der Underdog unter den Wide Receivern von LSU. Seine Positionskollegen Ja'Marr Chase und Terrace Marshall, die 2018 hinzustießen, wurden bereits an der High School gefeiert und landesweit unter den Top-15-Receivern der Nation eingestuft.

Und Jefferson? Seine Leistungen ernteten an der High School kaum Beachtung. Er wurde als Drei-Sterne-Rekrut eingestuft, rangierte als Passempfänger lediglich an Position 308 der Nation, zählte nicht einmal zu den Top-50 des Bundesstaates Louisiana.

Auch schulisch lief die College-Zeit für Jefferson nicht immer rund. Er hatte größte Mühe, die akademischen Voraussetzungen zu erfüllen. "Es war eine schwere Zeit für mich und meine Familie, weil ich nicht wusste, ob ich im Team sein werde oder nicht", berichtet er.

Doch das ist längst Vergangenheit. Seit Beginn der Saison 2018 fühlt er sich nicht nur sportlich, sondern auch menschlich an der Universität rundum wohl. Er und seine Wide-Receiver-Kollegen Chase und Marshall wohnen in der gleichen Apartmentanlage, gehen jeden Donnerstag gemeinsam Brathähnchen essen und feiern ihre Touchdowns für gewöhnlich mit dem gleichen Tanz.

Der freudigste Tanz dürfte erfolgen, wenn sie gemeinsam die Meisterschaft gewinnen.

Oliver Jensen

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