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München - College-Football geht in die nächste Runde. Am kommenden Samstag steht für die Miami Hurricanes und die Virginia Tech Hokies der zehnte Spieltag an. #ranCollege überträgt die Partie ab 17:45 live auf ProSieben MAXX und ran.de.

Zur Einstimmung hat College-Experte Nils Müller einige spannende Fakten zu beiden Teams gesammelt. 

Miami Hurricanes

"Touchdown Tommy"

Die ikonische Kanone, die bei jedem Score der Hurricanes abgefeuert wird und so bereits im Orange-Bowl-Stadium, aber nun auch im Sun Life-Stadium mit zum festen Spieltags-Geschehen gehört, wird bei der Sigma-Chi-Studentenverbindung eingelagert. Der Vorgänger von "Touchdown Tommy" war im übrigen "Lil' Joe", auch wenn nicht überliefert ist, ob die Kanone tatsächlich kleiner ist.

Eine Gefährdung, so viel ist hingegen sicher, geht von der Kanone nicht aus, da sie nur von militärisch-ausgebildetem und qualifizierten Personal abgefeuert wird.

Der Rowdy unter den College-Maskottchen …

… ist wohl das College-Maskottchen der Universität: "Sebastian the Ibis". Benannt nach einer lokal-ansässigen Vogelart, die gerade deswegen so passend für die Schule ist, weil man sagt, dass diese Vogelart die letzte ist, die bei einem Sturm Schutz sucht, sowie die erste, die sich nach dem Sturm wieder zurück in die Lüfte schwingt. Stürmisch hingegen ist das Temperament des Federviechs.

 

In der Saison 2000 zerbrach das Maskottchen beim Spiel gegen die FSU eine Attrappe des Stabs von Chief Osceola, dem Maskottchen der Florida State und verhöhnte so die Fans des Teams.

Gerade auf die FSU hatte es das Maskottchen schon in der Vergangenheit besonders abgesehen: 1989 scheiterte bereits ein Versuch, den brennenden Speer Osceolas mit einem Feuerlöscher zu löschen. Diesen schmuggelte das Maskottchen mit in den Einlauftunnel, wurde dort aber von einem Polizisten aufgehalten, der dann irrtümlich auch eine Ladung Löschschaum abbekam. Das führte zu einer Verhaftung des Maskottchens in voller Montur.

Turnover-Chain

Eine in naher Vergangenheit viel kopierte und dennoch für die Miami "U" typische Geste ist das Überreichen der "Turnover-Chain" an den Verteidiger, der für den neuesten Ballwechsel gesorgt hat. Diese sieht dabei aus, wie eine übergroße und ultra-protzige Kette, mit der sich sonst wohl nur Gangsterrapper zeigen würden.

It’s all about the "U"

In Schwäbisch Hall propagiert, in Miami erfunden: das ikonische Handzeichen der Universität dient zur Begrüßung, zur Anfeuerung oder einfach Ausdruck von Zugehörigkeit und Freude und ist sicherlich eines der bekanntesten Handzeichen im College Football. Hierfür wird durch Zusammenführen der Daumen bei offenen Handflächen ein "U" gebildet

Tight End-"U", Absolventen und Stars

Gerade um die Jahrtausendwende hatten sich die Hurricanes den Ruf erarbeitet, eine Talentschmiede für NFL-Tight Ends zu sein: Jimmy Graham, Greg Olsen, Kellen Winslow II, aber auch David Njoku kommen von der "U".

Und auch wenn Spieler wie Vince Wilfork, Super-Bowl Champion mit den New England Patriots, oder Devin Hester, der Rekord-Returner sowie Defensive-Lineman Calais Campbell oder Safety Ed Reed sicherlich NFL-Pros sind, die ihre Ära prägten, so war es doch ein Miami-Footballspieler, der nach der Karriere nicht mehr auf dem NFL-Feld stand, welcher im Großen und Ganzen am meisten von sich hören machte.

1991 gewann ein gewisser Dwayne Johnson mit den Miami Hurricanes die Nationale Meisterschaft im College Football. Der Defensive Tackle war ein heißbegehrtes Prospect landesweit und ihm war eine große Karriere vorgesagt, bis sie durch viele Verletzungen jäh an ihr Ende gebracht wurde. Bei den Hurricanes vom zukünftigen "Hall Of Famer" Warren Sapp ersetzt, versuchte es der junge Kalifornier noch einmal in der CFL bei den Calgary Stampeders, wurde jedoch nach zwei Monaten seiner ersten Saison gecuttet.

So zog es den Mann, der dem Football den Rücken kehrte, unter dem Spitznamen "The Rock" zum professionellen Wrestling – der Rest ist Geschichte. Heute ist Dwayne "The Rock" Johnson der wohl bestbezahlte Schauspieler der Welt.

Virginia Tech Hokies

Was ist ein Hokie?

Was ist eigentlich ein Hokie? 1896 suchte die Schule nach einem neuen "Cheer" und rief einen Wettbewerb unter den Studenten aus: Der Sieger war der "Hokie Holla", also der Schrei eines Truthahns. Auch das Maskottchen der Virginia Tech, das "HokieBird", stellt genau das dar – einen männlichen Truthahn.

Die NFL-Kaderschmiede für… Maskottchen?!

Kam Chancellor, Super Bowl-Champ mit den Seahawks, Tyrod Taylor, Quarterback von den Los Angeles Chargers oder auch der wohl umstrittenste Superstar der NFL-Geschichte, Michael Vick – alle trugen am College das Trikot der Hokies.

Das die Schule aber nicht nur erstklassiges Talent auf dem Feld hervorbringt, beweisen beispielsweise Curtis Dvorak und Todd Maroldo. Beide haben der Virginia Tech jeweils eine Saison als "HokieBird" gedient, bevor sie eiskalt von der NFL abgeworben wurden.

Dvorak wechselte dabei zu den Jacksonville Jaguars, um als "Jaxson de Ville" aufzutreten. Maroldo hingegen zog es als Champion der National Cheerleading Association zu den Carolina Panthers, wo er weiter als "Sir Purr" seiner Leidenschaft nachging.

Rock'n'Roll

Der Einlauf der Virginia Tech Hokies in das Lane Stadium ist nichts anderes als legendär. Er beginnt vorbei am eigenen Trainingsfeld, das an das Stadion angrenzt. Das Team macht sich geschlossen auf den Weg zum Stadion, während der Weg bereits für die Fans auf der Videowand übertragen wird. Wenn das Team dann im Tunnel zum Stadion angekommen ist, fängt das gesamte Stadion zu den Klängen von "Enter Sandman" von Metallica auf- und abzuspringen.

Das Team berührt auf dem Weg durch den Tunnel den sogenannten "Hokie Stone" der oben am Ausgang befestigt ist – die Aufschrift: "For those who have passed, for those who come". Pünktlich wenn der Song seinen musikalischen und rockigen Höhepunkt erreicht hat, läuft dann das Team durch ein Spalier des "Corps of Cadets" ein. Wer also nach diesem Artikel Lust auf Gänsehaut hat: Das Ganze lässt sich auf einschlägigen Videoplattformen bestaunen. Corona wird es in dieser Form am Samstag leider nicht zulassen.

Corps of Cadets

Wo wir gerade bei diesem sind. Genau wie beispielsweise die Texas A&M hat auch die Virginia Tech eine solche militärische Abteilung an ihrer Universität. Hier werden Studenten mit besonderem Fokus auf die Offizierslaufbahn einer US-Militärabteilung ausgebildet. Dieses Programm dauert insgesamt vier Jahre, findet zwar auf dem Campus statt, hat aber auch einen eigenen militärischen Charakter.

Zu diesem Corps gehören auch die "Highty-Tighties", die preisgekrönte Marching Band, die in den vergangenen Jahren nicht nur bei Heimspielen der Hokies spielte, sondern beispielsweise auch beim Thanksgiving Day in New York City oder beim St. Patricks Day in Georgia angefragt wird. Am Spieltag sind Corps sowie Band gut an ihren Uniformen zu erkennen.

Gespenster?

Nicht nur in den Gruselburgen der klassischen Horror-Schinken ist das Klimpern von Schlüsseln ein altbekanntes Geräusch. Bei Hokie-Spielen sind es die Fans der Virginia Tech, die während der "Schlüssel-Szenen" in dritten Versuchen mit ihren Schlüsselbunden einen Heidenlärm verursachen und so für einen weiteren Aspekt sorgen, der den Mythos der Hokies und des Stadionbesuchs im Lane Stadium ausmacht.

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