Joe Burrow von den LSU Tigers gab zu, dass NFL-Superstar Odell Beckham Jr. n... - Bildquelle: imago / screenshot twitter @TheMaj_NFLJoe Burrow von den LSU Tigers gab zu, dass NFL-Superstar Odell Beckham Jr. nach dem Finale echtes Geld verteilt hat. © imago / screenshot twitter @TheMaj_NFL

München/Pineville – NFL-Superstar Odell Beckham Jr. feierte Montag begeistert den Meisterschaftssieg der LSU Tigers. Der Wide Receiver der Cleveland Browns war vor Ort, als seine frühere Universitätsmannschaft die Clemson Tigers mit 42:25 bezwang. Seine Freude war so groß, dass er wild feiernd sogar Geldscheine verteilte.

Er drückte das Geld unter anderem Wide Receiver Justin Jefferson und Defensive Back Jontre Kirklin in die Hand.

Dies könnte den LSU Tigers nun Ärger bescheren. Die Regularien des College-Verbandes NCAA untersagen den Spielern nämlich, Geld anzunehmen.

Quarterback Joe Burrow dachte sich offenbar nichts dabei, als er in einem am Mittwoch veröffentlichten Podcast-Interview zugab, dass das Geld von Beckham echt gewesen sei. "Ich bin nun kein College-Athlet mehr, also kann ich das jetzt ja sagen", so Burrow.

Es wäre für ihn besser gewesen, er hätte das nicht gesagt.

Zuvor hatte nämlich noch ein LSU-Sprecher behauptet, die Geldscheine von Beckham seien nicht echt gewesen. Diese These hat Burrow nun entkräftet. Damit drohen dem amtierenden Heisman Trophy Gewinner möglicherweise Konsequenzen.

Erklärung von LSU: Bargeld war vorhanden

Die Sportabteilung der Louisiana State University gab nach dem Burrow-Interview ebenfalls in einer Erklärung zu, dass die Spieler von Beckham scheinbar Geld erhalten haben.

"Wir sind uns bewusst, dass Odell Beckham Jr. nach dem Meisterschaftsspiel am Montagabend mit LSU-Sportlern und anderen, die nicht mit dem Team verbunden sind, im Kontakt stand", heißt es in der Erklärung. Und weiter: "Bei den Informationen und dem überprüften Videomaterial stellte sich heraus, das offensichtlich Bargeld vorhanden war. Dieses wurde möglicherweise auch an LSU-Studenten-Athleten ausgehändigt."

Die Universität hat bereits Kontakt mit der NCAA und der SEC (Southeastern Conference) aufgenommen, um "die Situation richtigzustellen."

Beckham hat seiner alten Universität offenbar ein Bärendienst erwiesen. Zumal er gar nicht erst versucht hatte, die Geldscheine heimlich zu verteilen. Er tat dies direkt vor den TV-Kameras, sodass jeder das sehen konnte.

Viele interpretieren dies als eine Provokation gegenüber den strengen Amateur-Regeln der NCAA.

Beckham schenkte den Spielern Kopfhörer

Es ist nicht das erste Mal, dass der Star-Receiver den Spielern der LSU eine Belohnung zukommen lässt. Vor dem Meisterschaftsfinale hatte er jedem Akteur drahtlose Kopfhörer im Wert von mehreren hundert Dollar geschenkt.

Der Unterschied war allerdings: Er hatte die Schenkung vorher offiziell beantragt.

"Wenn du in den Bowl-Games stehst, darfst du Geschenke im Wert von etwa 1100 Dollar annehmen", sagt ran-Experte Björn Werner, der früher selbst College-Football gespielt hat. "Ansonsten darf man keine Geschenke annehmen. Das ist illegal."

Dies dürfte auf das Annehmen der Geldscheine zutreffen.

Beckham hat wohl keine Konsequenzen zu befürchten, da er kein Student mehr ist und weder die NCAA noch die Louisiana State University eine rechtliche Handhabe ihm gegenüber haben.

Ob den Spielern und der Universität Strafen drohen, werden die nächsten Wochen zeigen.  

Oliver Jensen

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