Die Texans Lonhorns erwarten am Samstag die West Virginia Mountaineers - Bildquelle: 2019 Getty ImagesDie Texans Lonhorns erwarten am Samstag die West Virginia Mountaineers © 2019 Getty Images

München - Am kommenden Samstag steht für die West Virginia Mountaineers und die Texas Longhorns der siebte Spieltag an. #ranCollege überträgt die Partie ab 17:45 live auf ProSieben MAXX und ran.de.

Zur Einstimmung hat College-Experte Nils Müller einige spannende Fakten zu beiden Teams gesammelt. 

West Virginia Mountaineers

"Take me home"

Zu den wohl schönsten Ritualen der West Virginia Mountaineers gehört das gemeinsame Singen des Kultklassikers "Country Roads". Liegt nahe, schließlich ist es ja genau dieses West Virginia, das in diesem Song mit butterweicher Stimme besungen wird. Seit 1972 wird der Song im Vorfeld jeder Partie im Stadion abgespielt und außerdem bei jedem Sieg wiederholt - dann bleiben die Fans in Regel auf ihren Rängen stehen und singen gemeinsam mit den Spielern. 

Der Mountaineer "Mantrip"

Der Mountaineer Mantrip ist ein gemeinsamer Teamlauf, um die Fans der Mountaineers an Spieltagen zu mobilisieren. Circa zwei Stunden und zwanzig Minuten vor dem Kickoff wird das Team an der Medizinischen Fakultät der Universität abgesetzt und macht sich dann gemeinsam auf den Weg zum Stadion. Auf dem Weg dorthin werden sie von einem Spalier an Fans empfangen.

Fun Fact: Auf dem Weg zum Stadion geht es auch vorbei an einem rund 160 Kilogramm schweren Brocken Kohle. West Virginia ist die zweitgrößte Kohle-Abbau-Region der USA. Auch beim Einlauf in das Milan-Puskar-Stadion berühren die Spieler einen Kohlefelsen, der ihnen Glück bringen und ihnen außerdem die Bergbaumentalität näherbringen soll.

Der Mann hinter dem Logo

Zwar kein Football-Fact, aber das NBA-Logo bildet die Silhouette eines Mannes ab, der einen Basketball dribbelt. Dieser Mann war Jerry West, der von 1957 bis 1960 seine Basketballschuhe für die WVU schürte und 1960 an zweiter Stelle gedraftet wurde. Nach 14 Teilnahmen am All-Star-Game der NBA wurde später die Straße entlang der WVU-Basketball Arena zum Jerry-West-Boulevard getauft.

Und nochmal neben dem Platz

Natürlich wird auch an der West Virginia University nicht nur Football gespielt. Wie auch an anderen Universitäten gibt es ein breites Spektrum an Sportarten, wobei die WVU in einer ganz besonders gut ist. Während das Football- und Basketballteam relativ regelmäßig die Top 25 Listen der jeweiligen Ligen knacken, ist die Universität im Schießsport einsame Spitze.

Bereits 19 NCAA National Championships konnte das Universitäts-Team im "Rifle Shooting" gewinnen. Was beachtlich ist, wenn man doch bedenkt, dass auch die US-Militärakademien Teams haben.

Nun aber wieder Football

Das Milan-Puskar-Stadion hat eine ungefähre Kapazität von 60.000 Zuschauern. An Spieltagen sind also mehr Menschen beim Footballspiel der Mountaineers, als die größte Stadt im Staate Einwohner hat. Die Stadt Charleston hat rund 50.000 Einwohner.

Der Spitzname: Mountaineer

Die Frage bleibt: Was ist denn eigentlich ein Mountaineer? Seit 1905 trägt das Universitätsteam der WVU diesen Spitznamen, nachdem man bis zu diesem Zeitpunkt noch als "Die Schlangen“ unterwegs war. Inspiration war hier der Legende nach das Motto "Mountaineers are Always Free", welches auch das Motto des Staates West Virginias ist. 

Erstmalig erschien das Maskottchen dann in der Saison 1934-35. Wer genau den Mountaineer "spielen" darf, entscheidet jährlich ein Ehrengremium, welches sich aus Mitgliedern der Senior Class der Universität bildet. Das Kostüm wird dann jeweils auf den Gewinner der Wahl maßgeschneidert und vor allem männliche Auserwählte lassen sich während ihrer Amtszeit einen Bart stehen.

Das Maskottchen ist realer Ausdruck der Bronzestatue vor dem Mountainlair-Gebäude auf dem WVU-Campus. Während der Footballspiele schießt der Mountaineer mit seiner Muskete während des Einlaufs vor dem Spiel, sowie beim Ende jeden Quarters und bei jedem Score.

Texas Longhorns

Akademisch gefordert

Der Tagesplan eines College-Football Athleten der Texas Longhorns ist nicht nur sportlich straff durchgeplant. Neben dem täglichem Training, das während der Saison sieben bis acht Stunden am Tag in Anspruch nehmen kann, sind Student-Athletes außerdem dazu verpflichtet, einen Notenschnitt von über 83 Prozent in allen belegten Kursen zu erreichen.

Wer schlechter ist, dem drohen auch in Sachen Football empfindliche Strafen bis hin zum Ausschluss aus dem Team für gewisse Zeiträume.

Big Bevo

Ein absolutes Naturschauspiel ist das Maskottchen der Texas Longhorns – ein, wie kann es anders sein, ausgewachsener Texas Longhorn. Genau wie die offizielle Farbe des Footballteams, soll es dabei allerdings immer ein orange-weißes Rindvieh sein, dass die Schule als Lebendmaskottchen vertritt.

Das erste Rind wurde im Jahr 1916 von Alumnus Steven Pinckney angeschafft, der dafür davor in der Studentenschaft 124 US-Dollar sammelte. Sobald der Kauf abgeschlossen war, ersetzte das Rind von nun an den American Pit Bull Terrier "Pig".

Nicht nur wegen seines imposanten Erscheinungsbildes gehört Bevo zu den bekanntesten College-Maskottchen der Gegenwart. Auch die Tradition, dass das riesige Rindvieh mit mehreren Führern ins Stadion einläuft, sorgt für Aufruhr. Nicht selten kommt es dabei zu Zwischenfällen.

Beim Sugar Bowl 2019 beispielsweise, traf Bevo auf Georgias Lebendmaskottchen - einer weißen Bulldogge namens Uga. Bevo war damals von einer geplanten Zusammenführung nicht sonderlich begeistert und ging auf den Hund los, was ein paar Absperrungen und auch den Rinderführern einiges an Nerven kostete.

Das beste Spiel der Geschichte?

Als eines der besten College-Footballspiele der Geschichte ist der 2006er Rose Bowl zwischen der USC und den Texas Longhorns in die Geschichte eingegangen. Ein Spiel, das eigentlich jeder College-Football-Fan kennen muss! USC, damals gecoacht vom heutigen Seahawks-Coach Pete Carroll, ging mit einer Siegesserie von unglaublichen 34 Spielen in Folge in dieses Spiel. 

 

Im Backfield standen mit Quarterback Matt Leinart und Running Back Reggie Bush gleich zwei Heisman-Trophy-Gewinner. Außerdem war bis auf den letzten Sitz jeder der 100.000 Zuschauerplätze im legendären Rose-Bowl-Stadion belegt. Das einzige, was die Trojans aber nicht auf ihrer Seite hatten, war der Quarterback, der an diesem Abend in weiß-orange auflief – die Rede ist natürlich von Vince Young.

Mit 30 aus 40 Pässen für 267 Yards und weiteren 19 Läufen mit weiteren 200 Yards und drei Touchdowns, sorgte Young für die wohl spektakulärste Individualleistung eines College-Quarterbacks in einem Spiel. Er brachte die Longhorns von einem Zwei-Score-Rückstand zurück und gewann das Spiel auf dramatischste Art und Weise, indem er aus einem 4th-and-5 doch noch den 41-38 Sieg für sein Team klar machen konnte. Klare Relive-Empfehlung.

Hook em Horns

Hook em Horns ist sowohl Slogan als auch Handgeste, welche von den Fans der Longhorns als Begrüßung oder Verabschiedung verwendet wird. Die Idee dazu kam 1955 Harvey Clark Jr., dem Chef der Cheerleader. Später wurde das Handsignal sogar von der "Sports Illustrated" zum "Top College Hand Signal" ernannt.

In Russland hingegen sollte man Menschen so tunlichst nicht begrüßen. Was unter Texas Longhorns Fans nämlich Einheit und Freude ausdrückt, wird in Russland als Mittelfinger verstanden. 

"Big Berta"

Die Trommel "Big Berta" wurde im Jahr 1922 erbaut, ist 2,4 Meter breit und wiegt rund 227 Kilogramm. Ursprünglich gehörte sie der University of Chicago und diente dort der Marching Band, wurde jedoch 1955 für eine fürstliche "Ablösesumme" von einem US-Dollar nach Texas transferiert. Big Bertha ist so das Herzstück der Texas Longhorns Marching Band und hat mit der "Bertha Crew" sogar eine eigene Eskorte.

Nils Müller

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