Niedergeschossen: David Ortiz - Bildquelle: GETTYNiedergeschossen: David Ortiz © GETTY

Santo Domingo - Der dreimalige World-Series-Gewinner David Ortiz ist in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo niedergeschossen und schwer verletzt worden. Der Schuss traf den ehemaligen Profi der Boston Red Sox in den Rücken und durchschlug den Magen. Der 43-Jährige wurde sofort operiert. Der Schütze und einige andere Personen wurden von der Polizei festgenommen.

 

Inzwischen wurde Ortiz zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus in Boston verlegt. Die Boston Red Sox, das Ex-Team des 43-Jährigen, hatte eigens eine Charter-Maschine geschickt. "Sein Zustand ist immer noch kritisch, aber zumindest ist er stabil genug, um nach Boston transportiert zu werden", erklärte Red-Sox-Präsident Sam Kennedy.

Repräsentant von Ortiz geht von Auftragsmord aus

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Wie die "New York Times" inzwischen aus Polizeikreisen erfahren haben will, handelte es sich bei der Tat nicht um einen versuchten Raubüberfall, sondern um einen gezielten Anschlag. Leo Lopez, einer von Ortiz' Vertretern erklärte: "Es besteht kein Zweifel daran, dass diese Tat von Auftragskillern verübt wurde." Die Polizei wollte das bisher noch nicht offiziell bestätigen.

Als Ortiz kurz nach der Tat im Krankenhaus eingeliefert wurde, soll er bei Bewusstsein gewesen sein. "Bitte lasst mich nicht sterben. Ich bin ein guter Mensch", soll er laut Augenzeugenberichten zu einem Notarzt gesagt haben. Der langjährige MLB-Star wird in seiner Heimat als Volksheld verehrt. Ortiz' Angreifer wurde von einem wütenden Mob blutig geprügelt, bis die Polizei ihn letztendlich in Gewahrsam nahm.

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"Viele wollten den Schützen umbringen, aber andere Leute haben ihn davon abgebracht. Jetzt kann er darüber reden und uns sagen, wieso es getan hat", berichtet ein Augenzeuge der lokalen Zeitung "Listin Diario".

Polizei dementiert Spekulationen

Zwischenzeitlich wurde spekuliert, dass der Täter ein Polizist sei, nachdem ein Foto von einem Personalausweis kursierte, das angeblich den Täter zeigen sollte. Die örtliche Polizei dementierte das entschieden und wollte sich zu den genauen Motiven der Tat nicht äußern. Der Vorfall werde weiterhin untersucht, hieß es.

 

Ortiz, in der MLB bekannt als "Big Papi", debütierte 1997 in der Major League Baseball bei den Minnesota Twins. Sechs Jahre später wechselte er zu den Red Sox, mit denen er 2004, 2007 und 2013 die World Series gewann. Ortiz wurde zehnmal ins All Star Team berufen und siebenmal als bester Slugger (Schlagmann) ausgezeichnet. 2016 beendete er seine Karriere.

Brady und Obama drücken ihre Anteilnahme aus

In einem "ESPN"-Interview 2015 hatte der heute 43-Jährige bereits von der Polizei gefordert, die Zivilbevölkerung in der Dominikanischen Republik besser zu schützen. "Es darf nicht sein, dass Leute jedes Mal, wenn sie auf die Straße gehen, Angst davor haben, von einem bewaffneten Gangster ausgeraubt zu werden. Viele Menschen sterben. Unser Land ist ein Juwel, das wir beschützen müssen", so Ortiz.

Ortiz genießt auch in den USA große Anerkennung - nicht nur wegen seiner sportlichen Verdienste. In Boston setzte er sich immer wieder für wohltätige Zwecke in der Region ein. Nach den tödlichen Anschlägen beim Boston Marathon 2013 hielt er vor einem Red-Sox-Spiel eine inspirierende Ansprache.

Zahlreiche Sports-Stars und andere Prominente haben ihre Anteilnahme ausgedrückt, darunter Patriots-Star Tom Brady, Ex-Yankee-Star Alex Rodriguez und der ehemalige Präsident der USA, Barack Obama.

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