Ausnahmetalent in Top-Form: Luka Doncic - Bildquelle: getty imagesAusnahmetalent in Top-Form: Luka Doncic © getty images

München - Für die Dallas Mavericks läuft es in der ersten Spielzeit nach dem Karriereende von Dirk Nowitzki erfrischend gut. Als eines der besten Teams der Western Conference gewann die Mannschaft um Head Coach Rick Carlisle zuletzt fünf Mal in Folge - so oft wie seit 2016 nicht mehr.

Auch gegen die Houston Rockets triumphierten die Mavs in einem Offensiv-Spektakel mit 137:123. Einer, der einen großen Anteil an diesem Erfolg hatte, ist Jungstar Luka Doncic. Der Slowene erzielte 41 Punkte, steuerte zehn Assists, sechs Rebounds, zwei Steals und einen Block bei.

Nach seinem Gala-Auftritt gegen die Rockets wurde er nach den Gründen für die, im Vergleich zur Vorsaison, stark verbesserte Defense gefragt. Doncic antwortete: "Wir haben viel mehr Selbstbewusstsein. Letzte Saison hatten wir zudem Dirk in der Defense - das war hart." Eigentlich eine Majestätsbeleidigung - doch er fügte im Anschluss hinzu: "Ich mache nur Spaß."

Trotzdem steht seine Aussage für die großartige Leistung Doncics, der sich als wichtiger Leistungsträger für die texanische Franchise etabliert hat und derzeit die NBA verzückt. Der Youngster scheint das Erbe von Dirk Nowitzki anzutreten. Doch hat er auch das Zeug zum MVP?

 

Luka Doncic: Karrierewerte auf MVP-Niveau 

Luka Doncic macht gefühlt jede Woche das Spiel seines Lebens und jagt dabei einen Rekord nach dem anderen. Der Point Guard der Texaner punktet, passt und holt sich Rebounds – wie es ihm gefällt. 

Im Spiel gegen die San Antonio Spurs krönte sich Doncic mit 42 Punkten, zwölf Assists und elf Rebounds zum zweitjüngsten Spieler der NBA-Geschichte, dem ein Triple Double mit mindestens 40 Punkten gelang. Das kann nur LeBron James überbieten, der noch jünger war.

Doch das junge Ausnahmetalent setzte sogar noch einen drauf. Beim 142:94-Kantersieg gegen Golden State knackte der Slowene gleich zwei Rekorde. Mit 35 Punkten, zehn Rebounds und elf Assists wurde Doncic zum jüngsten Spieler der NBA-Geschichte mit zwei aufeinanderfolgenden Triple-Doubles mit mindestens 35 Punkten.

Außerdem ist er der erste NBA-Profi mit einem 35-Punkte-Triple-Double in 25 Minuten Spielzeit oder weniger.

Luka Doncic spielt in der Form seines Lebens

"Luka schmeißt die Show. Wir alle hängen über einen Großteil des Spiels von ihm ab, und er spielt einfach unglaublich", sagte Doncics Teamkollege Kristaps Porzingis, der zusammen mit Doncic die Zukunft der Mavs in den kommenden Jahren prägen soll. 

Das Vertrauen seines Head Coaches genießt der Slowene bereits von Anfang an: "Besonderen Spielern wie ihm muss man vertrauen", so Rick Carlisle über seinen Vorzeige-Spieler, den er nach eigenen Angaben "gegen keinen Spieler dieser Liga tauschen" würde.

Angesichts dieser Werte ist es wenig überraschend, dass der hochtalentierte Slowene seinen nächsten Leistungsschritt bereits so schnell macht. Seit der vergangenen Saison, in der er zum "Rookie des Jahres" gewählt wurde,  gilt Doncic als potenzieller Nachfolger der deutschen Nummer 41.

Luka Doncic straft seine Kritiker Lügen

Dass sich das junge Talent jedoch in so kurzer Zeit zum Leistungsträger heranmausern würde, das hätten ihm einige NBA-Experten noch vor einiger Zeit nicht zugetraut – mancher Kritiker sah sein Entwicklungspotential sogar als begrenzt an.

Seine Zweifler glaubten, er sei nicht athletisch genug, um in der NBA zu bestehen. Viele US-Experten sind zudem nicht von der Qualität der europäischen Basketballligen überzeugt. "Mir ist es total egal, wie dieser Doncic-Junge drüben in Europa aussieht", sagte ESPN-Analyst Stephen A. Smith vor dem Draft. Einige Monate später war Smith bekehrt, er bezeichnete Doncic als "sensationell" und verglich ihn auch gleich mit Nowitzki.

Auf Dirk Nowitzkis Spuren: Luka Doncic tritt großes Erbe an

Es wird spannend sein, zu beobachten, wohin die Reise des 2,01 Meter großen Wunderkinds bis zum Saisonende noch führt. 

Wenngleich Doncic sein Potential zur Zeit punktgenau abrufen kann, bleibt abzuwarten, ob er diese Leistung bis zum Saisonende auch konstant halten kann. Falls das gelingt, so dürfte der Europameister ein ernst zunehmender Anwärter auf den MVP-Titel sein.

Eine beachtliche Leistung, die der 20-Jährige jetzt schon zu verbuchen hat: Es ist ihm gelungen, in die Rolle des Nowitzki-Erben zu schlüpfen und in dessen Fußstapfen zu treten. Aber noch wichtiger: Er hat sein Team davor bewahrt, in eine Post-Nowitzki-Depression zu verfallen. Plötzlich können sich die Mavericks wieder berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen - und das sogar ganz ohne Dirk Nowitzki.

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