Luka Doncic und den Dallas Mavericks macht eine große Schwäche zu schaffen. - Bildquelle: GettyImagesLuka Doncic und den Dallas Mavericks macht eine große Schwäche zu schaffen. © GettyImages

München/Orlando -  Vier Jahre mussten die Fans der Dallas Mavericks auf Playoff-Basketball warten, bevor das Team sich in der vergangenen Nacht die Teilnahme an der NBA-Meisterrunde sicherte.

Aufgrund der Corona-Pandemie können die Mavs-Fans ihr Team dabei nicht im heimischen "American Airlines Center“ unterstützen, sondern müssen wie alle anderen NBA-Fans auch das Geschehen in der NBA-Bubble in Orlando am TV-Gerät verfolgen. Die ersten beiden Auftritte ihres Teams dort dürften nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt haben.

Im ersten Spiel gegen die Houston Rockets gab Dallas eine scheinbar komfortable Führung aus der Hand, selbiges passierte in der vergangenen Nacht, als die Mavs gegen Phoenix im dritten Viertel komplett den Faden verloren und schlussendlich auch in der zweiten Partie nach dem NBA-Restart als Verlierer vom Feld gingen.

Dallas Mavericks wollten "in der Tabelle klettern"

 

Bereits vor der Partie gegen die Phoenix Suns war aber bereits klar, dass Dallas die Playoff-Teilnahme sicher hat. Angesichts der anschließenden Pleite wollte, trotz des Erfolgs, bei Mavs-Coach Rick Carlisle keine Euphorie entstehen. "Dass wir die Playoffs erreicht haben und im schlechtesten Fall Siebter sind, ist eine gute Sache. Wir sind aber eigentlich hierher gefahren, um in der Tabelle zu klettern", sagte er.

Auch Dallas-Star Luka Doncic kündigte im Vorfeld des Restarts an, dass er noch den vierten Platz im Westen im Blick habe. Dieser hätte in der ersten Runde "Heimvorteil" bedeutet und einen vermeintlich leichteren Gegner.

Und die Voraussetzungen, dass dieser Sprung gelingen würde, schienen durchaus gegeben. Im Unterschied zu anderen Teams musste Dallas vor dem NBA-Restart keine Ausfälle von Schlüsselspielern hinnehmen. Mit Trey Burke kehrte ein alter Bekannter (29 Spiele für Dallas) nach Texas zurück. Zu einem Team, das vor der Coronapause offensiv alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte.

Dallas stellt Offensiv-Rekord auf

Ein Offensiv-Rating von 115,8 (115,8 Punkte pro 100 Ballbesitze; Anm. d. Red.) stellt eine Bestmarke dar, die in der langen NBA-Historie kein Team jemals erreicht hat. Dieser Wert ist eng verknüpft mit zwei Faktoren.

Einerseits die enorme Breite an Dreier-Schützen im Mavs-Roster und andererseits mit der Scoring-Power von Doncic und Co-Star Kristaps Porzingis. Das slowenisch-lettische Duo zählt offensiv wohl schon jetzt mit zum Besten, was die NBA zu bieten hat. Angesichts dieser Faktoren, sollten die Mavs auf jeden Fall ein Kandidat für die zweite Playoff-Runde sein, doch die größte Schwäche von Doncic und Co. macht es schwer, daran festzuhalten.

Die Mavs in der Saison 2019/20 sind echte "Crunchtime"-Loser. Mit einer Bilanz von 14 Siegen und 21 Niederlagen ist Dallas das acht schlechteste Team in der gesamten Liga in Spielen mit einer engen Schlussphase, definiert mit fünf Punkten Differenz in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit.

Das ist die große Schwäche der Mavs

Das zweitschlechteste Playoff-Team in dieser Kategorie sind die Memphis Grizzlies mit 13 Siegen und 12 Niederlagen, liegen mit dieser Bilanz aber acht Plätze vor den Mavericks. Ist Dallas in der Schlussminute nur durch einen Zähler von seinem Gegner getrennt, beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit gerade einmal 18 Prozent im Verlauf der bisherigen Saison – der schlechteste Wert der Liga.

Aber selbst eine vermeintlich deutliche Führung geben Doncic und Co. noch gerne aus der Hand. Laut "ESPN“-Statistiken gab Dallas bereits 13 Spiele, in denen sie sich eine zweistellige Führung erkämpft hatten, wieder aus der Hand – ebenfalls Liga-Höchstwert.

Und so ist bereits nach zwei Partien in der NBA-Bubble klar, mehr als Platz sieben ist allem Anschein nach nicht drin, da die Oklahoma City Thunder auf Rang sechs bereits drei Spiele Vorsprung haben. Auch von hinten droht keine Gefahr mehr. Gegner in der ersten Playoff-Runde wären dann aller Voraussicht nach die Los Angeles Clippers mit ihrem Superstar-Duo Kawhi Leonard und Paul George.

Los Angeles Clippers können Doncic und Co. defensiv stoppen

 

In den bisherigen zwei Duellen waren die Mavs chancenlos gegen das Team aus L.A., bei dem alles auf die Playoffs ausgerichtet wurde. Vor allem aber sind Leonard und Co. in der Lage, die furiose Dallas-Offense und insbesondere Doncic an die Kette zu legen. Mit George, Patrick Beverley und Leonard sind gleich drei Top-Defender bei den Clippers in der Lage, Dallas-Motor Doncic zu drosseln.

Die Generalprobe des wahrscheinlichen Erstrunden-Duells steigt am Freitag und bietet vor allem für Dallas die Gelegenheit, ein psychologisch wichtiges Erfolgserlebnis zu landen. Doch die gewieften Clippers werden dort wohl noch nicht alle Karten auf den Tisch legen, sodass im Playoff-Duell wohl noch einmal eine ganz andere Intensität auf das junge Mavs-Team warten wird.

Der Traum von der ersten erfolgreichen Playoffserie seit neun Jahren könnte  für die Texaner daher schnell zerplatzen – auch aufgrund ihrer Schwäche am Ende einer Partie.

Stellt das Carlisle-Team diese Schwäche in Zukunft aber ab, wird auch bei den Mavs-Fans wieder richtige Playoff-Euphorie Einzug halten.

Markus Bosch

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