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München - Am 24. August 2019, rund zwei Wochen vor Saisonstart, gab Andrew Luck sein Karriereende bekannt. Nun, über drei Jahre später, äußerte sich der Ex-Quarterback der Indianapolis Colts ausführlich über diese Entscheidung und gab an, während seiner Laufbahn unter einer Identitätskrise gelitten zu haben.

Das gab der heute 33-Jährige gegenüber "ESPN" zu: "Ich verstand mich selbst am besten als Quarterback. Ich fühlte kein Verständnis für andere Teile von mir. Wenn man Quarterback spielt, darf man sich über nichts anderes Gedanken machen als über die anstehende Aufgabe. Und das überträgt sich auch auf andere Bereiche des Lebens. Das ist nicht die gesündeste Art zu leben."

Laut "ESPN" hatte Luck, der von 2012 bis 2018 in der NFL spielte, das Gefühl, dass seine gesamte Existenz davon abhing, die Erwartungen als Nachfolger von Quarterback-Legende Peyton Manning in Indianapolis zu erfüllen. 

Andrew Luck: Beziehung zur Freundin stand kurz vor dem Aus

Dieser Lebensstil führte demnach sogar zu Beziehungsproblemen mit seiner damaligen Freundin und zukünftigen Ehefrau Nicole Pechanec. Diese soll bereit gewesen sein, Luck zu verlassen, bevor sich der ehemalige Nummer-1-Pick seiner Krise stellte.

"Es gab einige Dinge, die mir nicht gefielen, wenn ich in den Spiegel schaute", erklärte Luck. "Ich war selbstsüchtig, zurückgezogen, hatte Schmerzen und fühlte mich unter Druck." Letztendlich führten ein Kreislauf aus Verletzungen, Rehamaßnahmen und neuen Verletzungen zur Entscheidung, den "Helm an den Nagel" zu hängen.

Auch wenn Luck seinen Rücktritt bis heute nicht bereut, würde er in der Retrospektive eine Sache ändern. Bei einer "Frage-und-Antwort-Veranstaltung" vor Studenten erklärte er, dass er sich wünschte, dass er den Colts direkt nach der Saison 2018 seinen Entschluss mitgeteilt hätte und nicht erst zwei Wochen vor Start der 2019er-Spielzeit.

Kehrt Luck als Coach zurück in die NFL?

In sechs Saison warf Luck 23.671 Yards für 171 Touchdowns und 83 Interceptions. Er erreichte mit den Colts insgesamt vier Mal die Playoffs, 2014 sogar das AFC Championship Game, wurde vier Mal in den Pro Bowl gewählt und gewann 2018 den "Comeback Player of the Year"-Award.

Trotz seines abrupten Endes in der NFL, will Luck dem Football nicht gänzlich den Rücken kehren und früher oder später als Coach arbeiten. Dies sei eine Option, die er sich vorstellen könnte.