Die Buffalo Bills haben nach den beiden Siegen gegen die Los Angeles Rams un... - Bildquelle: 2022 Getty ImagesDie Buffalo Bills haben nach den beiden Siegen gegen die Los Angeles Rams und die Tennessee Titans allen Grund zur Freude © 2022 Getty Images

München – 10.220 Tage mussten vergehen, bis die Buffalo Bills wieder einmal ein Monday Night Game in der eigenen Arena gewannen. Der 41:7 Triumph gegen die Tennessee Titans beendete allerdings nicht nur die seit dem Jahre 1994 andauernde Montags-Misere von Buffalo.

Vielmehr war sie der Beweis, dass die Bills ein ernsthafter Super-Bowl-Kandidat sind. "Wir spielen einen klugen Football und haben einige Jungs, die unglaubliche Plays machen", lobte Quarterback Josh Allen, der für 317 Yards und vier Touchdowns warf.  

Als nächstes wollen die Bills diesen Status auch am kommenden Sonntag gegen die ebenfalls bislang noch ungeschlagenen Miami Dolphins (So., 18:30 Uhr live auf ProSieben und im Stream auf ran.de) um Positionskollege Tua Tagovailoa festigen. 

Vergangene Saison fehlten nur 13 Punkte zum AFC-Finale  

Die Bills zählten bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten zu den Top-Mannschaften der NFL, scheiterten aber beide Male an den Kansas City Chiefs. In der Saison 2020 erfolgte das Ausscheiden erst im AFC Championship Game, vergangene Saison in der Divisional Playoff Round.

Bitter: Es hatten nur 13 Sekunden gefehlt, um die Chiefs zu bezwingen und zum zweiten Mal in Folge das AFC Finale zu erreichen. Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes genügte dieser kurze Zeitraum, um seine Mannschaft in Field-Goal-Position zu bringen und schlussendlich in der Overtime den Sieg einzuleiten.

Buffalo ist an dieser Niederlage nicht zerbrochen. Im Gegenteil: Die Mannschaft wurde im Kern beisammen behalten und punktuell gut verstärkt.

Von Miller hat die starke Defense weiter verbessert

Linebacker Von Miller wechselte vom Super-Bowl-Gewinner Los Angeles Rams zu den Bills und brillierte beim Saisonauftakt gegen sein Ex-Team mit zwei Sacks. Die Defensive Line bekam mit DaQuan Jones, Tim Settle sowie Shaq Lawson weitere neue Gesichter hinzu. 

 

Buffalo stellte bereits vergangene Saison die beste Verteidigung der Liga. Keine andere Mannschaft ließ so wenig Yards (durchschnittlich 272,8 pro Spiel) und Punkte (17,0) zu.

An diese Leistung hat die Defense nun nahtlos angeknüpft. In den ersten beiden Spielen ließen sie im Schnitt nur 8,5 Punkte zu – der zweitbeste Wert der Liga. Selbigen Rang belegen sie mit durchschnittlich nur 215 zugelassenen Yards.

Einer der Erfolgsschlüssel ist, dass der gegnerische Quarterback permanent unter Druck gesetzt wird. 9 Sacks innerhalb von zwei Spielen sind der zweitbeste Wert hinter den Tampa Bay Buccaneers (10,0 Sacks). Der Pass Rush ist für den Gegner kaum ausrechenbar. Sechs Spieler der Bills rissen den gegnerischen Quarterback bereits mindestens einmal zu Boden.  

Starke Laufverteidigung, viele Turnovers

Die Laufverteidigung ist ebenfalls stark und ließ in den beiden Spielen durchschnittlich nur 66 Yards Raumgewinn zu – der beste Wert der Liga. Selbst Titans-Superstar Derrick Henry, der vergangene Saison beim Aufeinandertreffen mit den Bills noch für 143 Yards lief, wurde fast komplett aus dem Spiel genommen und bekam bei 13 Carries lediglich 25 Rushing-Yards zustande. "Wir hatten einen guten Gameplan und die Spieler haben das super ausgeführt", lobte Head Coach Sean McDermott.

Hinzu kommen die erzwungenen Turnovers. Acht Ballgewinne gelangen der Defense in den ersten beiden Partien. Auch das ist der Bestwert der Liga. Im Spiel gegen die Titans kamen zwei Interceptions und zwei eroberte Fumbles zusammen.

"Dies ist nun bereits mein sechstes Jahr in dieser Defense", sagt Free Safety Jordan Poyer, der in beiden Spielen jeweils eine Interception fing. "Es fühlt sich an, als würde ich jetzt in die 10. Klasse gehen. Ich kann das Spielfeld viel besser überblicken, weil ich gelernt habe, wie ich mich die ganze Woche über auf das nächste Spiel vorbereiten muss."

Die punktstärkste Offense der NFL

Ähnlich beeindruckend funktioniert der Angriff: Dass die Offense mit Cole Beasley und Emmanuel Sanders zwei namhafte Wide Receiver verlor, hinterließ offenbar keine Lücke. Mit 605 Passing-Yards in zwei Spielen rangieren sie auf Platz 4 der NFL. Insgesamt bekam die Offense 72 Punkte zustande – mehr als jedes andere Team der Liga. 

 

Stefon Diggs ist mit 270 Receiving-Yards der zweiteffektivste Receiver nach Tyreek Hill von den Miami Dolphins. Beim zweiten Saisonspiel gegen die Titans war er besonders gefordert, weil in Gabe Davis ein weiterer Top-Receiver aufgrund einer Knöchelverletzung fehlte.

Diggs ließ diesen Ausfall mit 12 Catches, 148 Yards und drei Touchdowns vergessen. "Es fühlte sich gut an, ihm früh und oft den Ball zuzuspielen", sagt Allen. "Er hat einen großartigen Job gemacht, hat sich freigelaufen, die Plays und großartige Catches gemacht. Das ist Stefon Diggs. Wir wissen, dass er derzeit einer der größten, wenn nicht der größte Receiver im Football ist."

Der Receiver gibt das Kompliment an seinen Passgeber zurück: "Ich habe einen Quarterback, der alles kann. Also muss ich einfach nur meinen Job machen."

Kampfansage in Richtung Miami Dolphins

Allzu viel Zeit, sich über den erfolgreichen Saisonauftakt zu freuen, haben die Bills nicht. Sonntag wartet mit den Miami Dolphins ein Gegner, der ebenfalls die ersten beiden Spiele gewann und sich durch den 42:35 Comeback-Sieg gegen die Baltimore Ravens ebenfalls im Auftrieb befindet. 

Wide Receiver Jake Kumerow schickt eine Kampfansage in Richtung Florida: "Sie werden unser Selbstvertrauen sehen, wenn wir einlaufen. Ich mache mir über deren Form keine Sorgen. Es geht ums uns. Sie müssen gegen uns antreten."

Angesichts der starken Form der Bills dürfte das derzeit niemand gerne tun.

Oliver Jensen

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