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München -  Es gibt so Zeitpunkte, da sind die sozialen Medien Gift. Da sollte man auf Twitter, Instagram und Co. am besten komplett verzichten.  

Joe Burrow macht genau das, er hat die Apps auf seinem Handy gelöscht. "Schon etwas länger", wie er zuletzt verriet. Das Timing ist grandios, denn nach den zwei Niederlagen zum Auftakt der neuen NFL-Saison (live auf ProSieben und ran.de) gegen die Pittsburgh Steelers und die Dallas Cowboys sucht der letztjährige Super-Bowl-Teilnehmer Cincinnati Bengals die Erfolgsspur und Quarterback Burrow seinen Swag. 

Vier Interceptions im ersten Spiel (bei nur drei Touchdowns), Ratings von 61,7 und 89,9, dazu sieben und sechs Sacks, 13 insgesamt – Burrow musste zum Glück nicht lesen, was auf Social Media los war. Denn natürlich stand vor allem er im Kreuzfeuer der Kritik, und der Tonfall im Netz ist bekanntlich nicht von konstruktiver Diplomatie geprägt. 

Keine netten Reaktionen in den sozialen Medien

"Wir konzentrieren uns auf das, was hier bei uns passiert", sagte Burrow: "Ich bin mir sicher, dass es keine sehr gute Reaktion ist, aber ich denke, es wird eine andere Reaktion sein, wenn wir hier loslegen."

Wenn.

Denn der Start der Bengals war ernüchternd. Und wirft die Frage auf: Wo steht das Team, das in der vergangenen Saison noch im Super Bowl stand und daher automatisch zum erweiterten Favoritenkreis gehört? Und wie steht es um Burrow? Ist er das Problem oder ist der Nummer-1-Pick von 2020 "nur" ein Teil des Problems?

"Kein Grund zur Panik", sagte Burrow. "Wir haben schon früher zwei Spiele hintereinander verloren, letztes Jahr haben wir mehrmals zwei Spiele hintereinander verloren. Es gibt noch viel Football zu spielen."

Natürlich müsse man gut spielen und gewinnen, man könne sich ein 0:3 nicht leisten, so Burrow, "aber niemand gerät in Panik." Die Niederlagen gegen die Steelers (20:23 nach Overtime) und bei den Dallas Cowboys (17:20) fielen knapp aus, das 0:2 ist trotzdem ein Fehlstart.

Unübersehbar ist: Die O-Line ist trotz neuer Starter weiter eine Achillesferse, was die 13 Sacks deutlich unterstreichen. Essenziell für ein erfolgreiches Quarterback-Spiel ist es, dass sich der Spielmacher in der Pocket wohlfühlt, dass er sich auf seine Leibwächter in der Regel verlassen kann. Burrow fehlt dieses Vertrauen im Moment noch.

Die Gegner wissen, wie man die Bengals knackt

Was die Offense ebenfalls ins Stocken bringt: Die Gegner haben sich die Bengals ausgeguckt, sie wissen, wie man Burrow und Co. stoppen kann und den Bengals fallen im Moment keine Lösungen gegen die Cover-2-Defenses ein.

Diese Formation soll dazu führen, dass die Bengals einer ihrer Stärken beraubt werden: Big Plays. Der Power-Offense wird so im Idealfall ein Stück weit der Stecker gezogen, die Explosivität verpufft.

"Die Leute wissen jetzt, wie sie sich auf uns einstellen müssen", sagte Wide Receiver Ja’Marr Chase. "Ich habe das Gefühl, dass wir lernen müssen, wie wir uns im Spiel besser anpassen können. Jeder weiß jetzt, was wir tun werden." Gegen Verteidigungen, die auf dieses System setzen, ist vor allem Geduld gefragt. 

Cincinnati Bengals 2022: Alles geht besser

Und natürlich ein fehlerfreies eigenes Spiel, gepaart mit den Qualitäten von Chase oder Running Back Joe Mixon - und natürlich Burrow. "Ganz offensichtlich haben wir bisher nicht nach unseren Maßstäben gespielt", sagte Burrow. "Jeder kann besser spielen. Wir können besser trainieren. Wir können besser planen. Wir können besser spielen", sagte Bengals-OC Brian Callahan: "Joe ist ein Teil davon."

Burrow weiß das, er betont, dass es kleine Fehler seien, die man abstellen müsse, und das von Anfang an. "Wir müssen aufhören, uns selbst zu schlagen. Wenn wir schneller loslegen, werden wir mehr Chancen bekommen", sagte Burrow. "Wir bekommen die Sache hin. Niemand gerät in Panik." Denn man habe bereits im letzten Jahr mehrmals über genau dieselben Dinge gesprochen, sagte Burrow. "Jeder hat gesehen, wie es gelaufen ist." Bis zum Super Bowl lief es, und auch 2022 ist der Playoff-Zug noch lange nicht abgefahren.

Es sei denn, am Sonntag setzt es bei den New York Jets tatsächlich die dritte Niederlage. Dann sollten Twitter und Instagram am besten noch eine Weile aus bleiben.

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