London - Die Zahl der Kopfverletzungen in der NFL war in den vergangenen Wochen ungewöhnlich hoch.

Zuletzt erwischte es Nyheim Hines. Der Running Back der Indianapolis Colts verletzte sich im Thursday Night Game gegen die Denver Broncos (12:9) bereits im ersten Drive, hatte danach sichtlich Schwierigkeiten, auf den Füßen zu bleiben, wurde von Teamkollegen gestützt. Das Spiel war für ihn beendet.

Tua Tagovailoa ist der prominenteste Name. Der Quarterback der Miami Dolphins hatte eine Woche zuvor nach einem Hit gegen die Cincinnati Bengals (15:27) Krämpfe, musste ins Krankenhaus abtransportiert werden. Seine Rückkehr ist ungewiss.

Schon einen Spieltag zuvor, beim 21:19 gegen die Buffalo Bills, war Tua am Kopf getroffen worden, konnte in der Folge kaum aufrecht stehen, taumelte. Doch: Der Spielmacher kehrte nach der Pause zurück, beendete das Spiel. Dies löste, vor allem vor dem Hintergrund der Verletzung ein paar Tage später, bei einigen Beobachtern Kopfschütteln aus.

Hat die NFL ein Concussion-Problem? Und wer muss im Zweifel sagen: Es reicht, für dich ist das Spiel beendet?

Concussions: Rodgers verteidigt NFL

Ein polarisierendes Thema, zu dem fast jeder eine Meinung haben dürfte. Auch Aaron Rodgers - wenn auch eine überraschende.

"Ich verteidige die NFL nicht oft, aber ich wüsste nicht, was sie noch machen könnte, um die Spieler zu schützen", sagte der Quarterback der Green Bay Packers in London (Giants at Packers am Sonntag um 15:00 Uhr live auf ProSieben und ran.de) auf ran-Nachfrage.

"Unabhängige Leute an der Seitenlinie schauen nach solchen Hits, wir haben ein Protokoll, das regelt, wann ein Spieler ins blaue Zelt muss", so Rodgers weiter: "Wenn, dann müssen wir noch mehr nach solchen Plays Ausschau halten. Bei Tua wussten wir, denke ich, alle, was los war."

Dass die Akteure von sich aus nicht öfter sagen, dass sie nicht spielen können, versteht der 39-Jährige: "Wir Spieler wollen immer raus und spielen, wir denken nicht an die Langzeitfolgen solcher Verletzungen. Die Fälle von CTE sind gut dokumentiert."

Aber: "Irgendwann müssen wir (Spieler) uns selbst in die Pflicht nehmen." Also zugeben, wenn es wirklich nicht weiter geht.

Rodgers hatte in seiner Karriere selbst drei Concussions, verpasste deswegen eine Partie, 2010 kurz vor den Playoffs.

Aus London berichtet: Kevin Obermaier

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