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München - Bei den Denver Broncos läuft es alles andere als rund. Nach zwölf Spieltagen steht die Franchise mit einer Bilanz von 3-8 auf dem vierten Platz der AFC West.

Dabei sollte am Anfang der Saison alles anders kommen.

Ein neuer Head Coach und ein neuer Franchise-Quarterback, der durch einen Blockbuster-Trade aus Seattle kam, sollten den Neuanfang in Denver erfolgreich gestalten. Nach dem 2-1-Start sieht es mittlerweile aber düster aus, eine Playoff-Teilnahme käme fast schon einem Wunder gleich.

Broncos-Fans haben Sündenbock

Bei den Fans der Broncos wurde für die aktuelle Misere mit dem komplett enttäuschenden Quarterback Russell Wilson schnell ein Sündenbock gefunden. Nicht zu Unrecht, denn für den Ex-Seahawks-Star haben die Broncos diverse hochrangige Draft-Picks nach Seattle getradet. Aber Wilson spielt in Denver weit unter seinen Möglichkeiten - generell scheint die Teamchemie nicht zu stimmen.

Doch den Misserfolg allein an Wilson auszumachen, wäre nicht gerecht. Auch Head Coach Nathaniel Hackett muss mit auf die Rechnung geschrieben werden. Der Druck auf Hackett in seiner NFL-Debütsaison wird von Woche zu Woche größer, denn die Erwartungen konnte auch er bis jetzt nicht erfüllen.

"Niemand ist so frustriert wie ich"

Angesprochen auf die Enttäuschung der Fans, antwortete Hackett nach der jüngsten 10:23-Niederlage gegen die Carolina Panthers: "Niemand ist so frustriert wie ich. Das ist nicht der Punkt, an dem wir zu diesem Zeitpunkt der Saison sein wollten."

Aber Hackett übernimmt die Verantwortung und nimmt sein Team nach den schwachen Leistungen in Schutz: "Keiner von uns hat gedacht, dass es so kommen würde, und die Verantwortung liegt ganz bei mir."

Darf Hackett die vollen 17 Spiele machen?

"Ich mache den Fans auch keinen Vorwurf, dass sie frustriert sind. Ich weiß, dass ich arbeiten und mich mit unserem Team zusammenreißen muss. Ich glaube an diese Mannschaft und ich glaube an diese Spieler", betonte Hackett.

 

Dennoch wackelt sein Stuhl spätestens nach der blamablen Niederlage gegen die Panthers gewaltig. Dass er noch in dieser Saison gefeuert wird, daran glaubt NFL-Experte Mike Florio aber nicht. "Sie werden ihn nicht während der Saison feuern, das wäre schon sehr verblüffend", sagte Florio und argumentierte, dass erst vier Coaches in der NFL-Historie noch während ihrer ersten Saison entlassen wurden.

Einer davon war Urban Meyer, der seine Sachen während der vergangenen Saison bei den Jacksonville Jaguars packen musste.

"Jemand muss Wilson in die Spur bringen"

Florio glaubt derweil eher, dass nach der Saison Schluss ist - die Zeichen bei den Broncos und Hackett quasi jetzt schon auf Abschied stehen: "Ich glaube nicht, dass sie ihm 2023 nochmals eine Chance geben. Sie brauchen jemanden, der Russell Wilson wieder zurück in die Spur bringt."

Was die Sache für Hackett nochmals erschwert, ist das brutale Restprogramm der Broncos. In den letzten sechs Saisonspielen geht es gleich dreimal gegen direkte Konkurrenz aus der Division: zweimal gegen die Kansas City Chiefs und einmal gegen die Los Angeles Chargers.

In Week 13 warten aber erst einmal die Baltimore Ravens mit Lamar Jackson.