Keine einfachen Zeiten für Taylor Heinecke und das Washington Football Team - Bildquelle: Imago ImagesKeine einfachen Zeiten für Taylor Heinecke und das Washington Football Team © Imago Images

Washington/München - Ja, es nervt. So richtig sogar. Die Fans des Washington Football Teams haben auf gut Deutsch gesagt die Schnauze voll. 

Die Schlagzeilen rund um den Missbrauchsskandal reißen nicht ab, Tag für Tag kommen neue Details ans Licht. 

Und was macht das Washington Football Team? Stolz verkündete die Franchise Anfang der Woche, dass man beim Spiel gegen die Kansas City Chiefs am Sonntag etwas zu feiern habe. 

Washington will Taylor-Nummer nie mehr vergeben

Im Rahmen einer Zeremonie soll die Leistung des Ex-Spielers Sean Taylor gewürdigt werden. Seine Rückennummer 21, so verkündete es die Franchise, wird nie mehr vergeben. Er ist erst der dritte Spieler in der Team-Historie, dem diese Ehre zuteilwird. 

Zwischen 2004 und 2007 spielte er für die Franchise, galt dabei als einer der talentiertesten Defensiv-Spieler der jüngeren Vergangenheit. Seine Karriere nahm damals ein schreckliches Ende, als er bei einem Überfall in Miami von Einbrechern erschossen wurde. 

Fans äußern Unverständnis über den gewählten Zeitpunkt

Knapp 14 Jahre ist das nun her, die plötzliche Ankündigung bereits am Sonntag Taylor's Nummer endgültig in den Ruhestand zu verabschieden, sorgte bei vielen Anhängern, die so kurzfristig nicht mehr an Tickets kamen, für mächtig Kritik. 

Und gleichzeitig sorgt auch der Zeitpunkt für Unverständnis. 

Der Vorwurf: Die Franchise benutzt die Taylor-Feierlichkeiten, um von den jüngsten Auswirkungen des Sexismus-Skandals abzulenken.

Emotionale Entschuldigung von Team-Präsident Wright

Team Präsident Jason Wright entschuldigte sich bereits, verkündete emotional: "Ich war derjenige, der wollte, dass wir Spieler besser und anders ehren. Ich bin wütend und traurig, dass wir euch die Gelegenheit versaut haben, Sean an diesem Wochenende persönlich zu ehren." 

Er habe ein "flaues Gefühl im Magen, weil ich weiß, dass wir so viele von euch im Stich gelassen haben." 

Dennoch soll die Ehrung wie geplant stattfinden. 

Neue Details bringen Washington und die NFL in Erklärungsnot

Die Franchise steht seit Wochen im Mittelpunkt von schweren Missbrauchs- und Mobbing-Vorwürfen. Im Zuge des Skandals um Ex-Raiders-Coach Jon Gruden kamen zuletzt neue Details an die Öffentlichkeit.

Angeblich waren Anwälte der Franchise dazu aufgefordert worden, Ex-Mitarbeiterinnen mit einem Schweigegeld mundtot zu machen

Des Weiteren wurde nun bekannt, dass der NFL-Anwalt Jeff Pash, der unter anderem auch für die Untersuchung gegen die Franchise zuständig war, eine enge Freundschaft zu Washingtons ehemaligen General Manager Bruce Allen pflegt.

 

Beide schickten sich zahlreiche Mails hin und her, witzelten dabei über Latino-Fans, teilten ihre Frustration über eine schwarze NFL-Lobbyistin und verharmlosten den sexuellen Missbrauch an Cheerleadern. 

Wortwörtlich schrieb Pash zu Letzterem: "Ich weiß, dass du dich darum kümmerst und nichts Unangemessenes dulden würdest."

Timo Nicklaus

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